Vom "Flip-Flopper" und "War-alles-schon-mal-da-Room"

Blog17. Juli 2013, 18:28
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Auch im Sommer ein beliebtes innenpolitisches Kampfmittel: Die Aussendung

Wahlkampf ist. Und was wäre da naheliegender, als direkt ins Sommerloch mit dem OTS-Aussendungs-Abo zu zielen. So lieferten sich am Mittwoch die Wahlkampfstrategen von SPÖ und ÖVP, Norbert Darabos und Hannes Rauch, ein virtuelles Duell. Anlass: Darabos wirft ÖVP-Chef Spindelegger einen politischen Zickzack-Kurs in allen möglichen Themenfeldern vor - am Mittwoch beim Thema Forschung -, einmal bezeichnete er den Außenminister gar als "Flip-Flopper", was nicht nur den ORF-"Report" an den US-Präsidentschaftswahlkampf 2004 denken lässt.

Damals zogen die Republikaner rund um Präsident George W. Bush durch die Fernsehstationen und über die Wahlkampfbühnen und kritisierten den demokratischen Herausforderer John Kerry als wankelmütig, als "Flip-Flopper" eben. In Österreich verbindet man mit dem Wort wohl am ehesten Badeschlapfen, aber das passt ja auch irgendwie zum Sommer-Wahlkampf.

"Die Liste der Wankelmütigkeiten des ÖVP-Chefs geht auf keine Kuhhaut mehr - bald wird auch der Platz in Aussendungen knapp dafür", wird Darabos im SPÖ-Pressedienst zitiert. Und: "Dieser Mann kann nicht Kanzler."

Die Antwort des ÖVP-Generalsekretärs folgte 74 Minuten später, dieser wirft dem Ex-Verteidigungsminister "sozialistischen Copy-Paste-Populismus vom Feinsten" vor und bezeichnet die SPÖ-Wahlkampfzentrale als "War-alles-schon-mal-da-Room". Konkret soll die SPÖ von der ZDF-Serie "Ich kann Kanzler" abgekupfert haben. "Gratulation an den Zentralsekretär für antiquierte Konzepte", so Rauch.

Der Wahlkampf beginnt sauber, er wird sauber bleiben, so wie alle beteuern. Gut, dass FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky sich um 11.34 Uhr per Aussendung in die Debatte einmischt und Darabos zum "Flip-Flopper" des Jahres ernennt, um dann die Verwendung des Wortes Flip-Flopper zu kritisieren: "So richtig verstanden dürfte Darabos die seinerzeitige US-Wahlstrategie jedoch nicht haben, konnte er doch im gestrigen 'Report'-Interview nicht einmal ansatzweise erklären, wie er dazu kommt, den Begriff 'Flip-Flopper' in Österreich zu verwenden, wo doch die Mehrzahl der Menschen damit Badeschlapfen assoziiert." (Sebastian Pumberger, derStandard.at, 17.7.2013)

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