Transparency International fordert schärfere Regeln gegen Korruption in Medien

17. Juli 2013, 13:57
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Redaktionelle Leitlinien oft nicht klar genug, verbindlichen Konsequenzen fehlen

Berlin - Die Organisation Transparency International hat schärfere Regeln gegen Bestechung und Bestechlichkeit in deutschen Medien gefordert. Journalistenreisen, Geschenke und Presserabatte gehörten immer noch zum Alltag, sagte der stellvertretende Transparency-Vorsitzende Jürgen Marten am Dienstag in Berlin. "Statt systematisch Korruption vorzubeugen und Transparenz zu schaffen, ruhen sich anscheinend viele Häuser auf dem Glauben aus, dass ihre Journalisten nicht bestechlich seien."

Fallbeispiele

Marten stellte gemeinsam mit der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche die Kurzstudie "Gefallen an Gefälligkeiten: Journalismus und Korruption" vor. Sie zeigt vor allem an Fallbeispielen, wie Journalisten von Wirtschaftsunternehmen Vorteile und Einladungen annähmen. "Man muss sich nur vorstellen, Betriebsräte oder Politiker hätten sich so einladen lassen, wie da der mediale Aufschrei gewesen wäre", sagte Günter Bartsch, Geschäftsführer von Netzwerk Recherche.

Geringes Interesse am am Thema Korruptionsbekämpfung

Der Studie zufolge ist in den Medienhäusern das Interesse am Thema Korruptionsbekämpfung gering. Nur bei zwei der 30 angeschriebenen auflagenstärksten Tageszeitungen hätten die Chefredakteure die Fragen beantwortet, so Bartsch. Zudem seien die redaktionellen Leitlinien oft nicht klar genug, es fehle an verbindlichen Konsequenzen. "Gerade in unserer Branche, in der Glaubwürdigkeit ein hohes Gut ist, sollte mehr Transparenz und bessere Korruptionsprävention möglich sein", sagte Bartsch. (APA, 17.7.2013)

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