Bosnien: Konflikt um Registriernummern gelöst

17. Juli 2013, 13:45
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Hintergrund war Streit um die Einteilung von Bezirksgrenzen - Proteste weil krankes Kind wegen fehlender Registriernummer nicht rechtzeitig im Ausland behandelt werden konnte

Sarajevo - Die bosnische Regierung hat am Dienstag den seit Wochen erwarteten Gesetzesentwurf zu Personenregisternummern angenommen. Dementsprechend wird die größere Entität, die Bosniakisch-Kroatische Föderation künftig fünf Bezirke haben, die kleinere Entität, die Serbische Republik, drei. Der Bezirk Brcko wird eine selbständige Region sein. Das berichtet die Presseagentur SRNA am Mittwoch. Bei dem Streit ging es eigentlich um die Frage der Bezirksgrenzen.

Die seit Februar nicht geregelte Frage der Personenregisternummern hatte im Juni zu Protesten in Sarajevo und in einigen anderen Städten geführt. Unmittelbarer Anlass war der Tod eines Babys, das wegen der fehlenden Personenregisternummer die notwendigen Personaldokumente nicht rechtzeitig erhalten konnte, um zur ärztlichen Behandlung ins Ausland geschickt werden zu können.

Die Politiker der Serbischen Republik (Republika Srpska) wehrten sich dagegen, dass beim Zuschnitt der Bezirke die Grenzen zwischen den beiden Landesteilen überschritten werden. In Banja Luka, der Hauptstadt der Serbischen Republik, ist man um größtmögliche Eigenständigkeit gegenüber der bosniakisch-kroatischen Föderation und der Zentralregierung bemüht. (APA, 17.7.2013)

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    Wochenlang protestieren Menschen in Bosnien-Herzegowina für neue Identifikationsnummern.

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