Erhöhter Taillenumfang bedeutet größeres Krankheitsrisiko

17. Juli 2013, 13:37
33 Postings

Bereits bei Kindern korreliert der Taillenumfang mit der Gefahr von Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Leipzig - Forscher des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) der Uni Leipzig untersuchten an 1.278 Kindern und Jugendlichen im Alter von elf bis 18 Jahren die Korrelation zwischen verschiedenen Körpermaßen - wie Taillenumfang, Body-Mass-Index oder Taille-Körpergröße-Quotient - und dem Risiko für Erkrankungen, die mit starkem Übergewicht einhergehen. 

Demnach tragen pubertierende Jungen mit erhöhtem Taillenumfang ein größeres Risiko für erhöhte Leber- und Harnsäurewerte und zu geringes "gutes" HDL-Cholesterin. Zudem sein ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI), vor allem während der Pubertät, mit einem größeren Risiko für eine Insulinresistenz verbunden, berichten die Wissenschaftler. Die Messung des Taille-Körpergröße-Quotienten lieferte - im Vergleich zu BMI und Taillenumfang -  aber keine zusätzlichen Anhaltspunkte zum individuellen Erkrankungsrisiko.

Bauchbetontes Übergewicht am schädlichsten 

Studienleiterin Susann Blüher vom IFB empfiehlt, "den Taillenumfang bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen - vor allem ab dem Pubertätsalter - immer mit zu messen, weil ein erhöhter Umfang bereits in diesem Alter Hinweise auf bestehende Begleiterkrankungen liefern kann." Die Expertin gibt außerdem zu bedenken, dass auch bei Jugendlichen das bauchbetonte Übergewicht am schädlichsten ist. Da Jungen und Männer stärker dazu neigen, ist ihr Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Arteriosklerose oder eine Fettlebererkrankung auch höher.

In Österreich sind acht Prozent und in Deutschland etwa sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen adipös. Bei rund 70 Prozent der Betroffenen lassen sich Risikofaktoren für spätere Herz- und Gefäßerkrankungen feststellen. Über 30 Prozent leiden schon an einer beginnenden Insulinresistenz, die zu einer Typ-2-Diabetes führen kann. Da etwa 80 Prozent der übergewichtigen Mädchen und Jungen auch im Erwachsenenalter dick bleiben, sei abzusehen, dass die Zahl Adipositas-bedingter Erkrankungen weiter ansteigen werde, so die Leipziger Forscher. (red, derStandard.at, 17.7.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein erhöhter Taillenumfang kann bereits im Kinder- und Jugendalter Hinweise auf bestehende Begleiterkrankungen liefern, ist Susann Blüher vom Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) der Uni Leipzig überzeugt.

Share if you care.