Krisentreiber: USA dürfen Ratingriesen klagen

17. Juli 2013, 12:01
15 Postings

Seine vor der Finanzkrise vermeldeten Ratings könnten dem Bonitätsprüfer Standard & Poors's zum Verhängnis werden

New York - Die US-Regierung hat im Streit mit der Ratingagentur Standard & Poor's richterliche Rückendeckung erhalten. Ein kalifornisches Gericht entschied am Dienstag, dass die Regierung ihre Klage gegen S&P weiterverfolgen darf. Die USA klagen die Agentur wegen Irreführung von Investoren durch falsche Ratings für riskante Wertpapiere vor Ausbruch der Finanzkrise auf fünf Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro).

Bonitätsnoten wider besseres Wissen

Die Richter lehnten einen Antrag von S&P auf Abweisung der Klage ab. Zur Begründung hieß es, die Regierung habe ihre Vorwürfe ausreichend untermauert. Laut der Klage hatte die größte US-Ratingagentur trotz besseren Wissens die Bonitätsnoten für verbriefte Hypothekenkredite (CDOs) nicht herabgestuft. S&P habe riskante Wertpapiere lange mit zu guten Bonitätsnoten versehen, weil es selbst davon profitierte. Die Anleger wurden somit nicht vor der heraufziehenden Finanzkrise gewarnt. Erst als diese 2007 mit Problemen am US-Immobilienmarkt ausbrach, wurden die Papiere schnell heruntergestuft - und die Krise so noch verstärkt.

Gegen S&P, eine Tochter von McGraw Hill Financial, sind auch vor einem Bezirksgericht in Manhattan Klagen von 14 US-Bundesstaten und dem Bezirk von Columbia anhängig. Bisher geht die US-Regierung vor Gericht aber nur gegen S&P vor, nicht gegen die ebenfalls in die Kritik geratenen Rivalen Moody's und Fitch. (APA, 17.7.2013)

Share if you care.