England: Regierung beharrt auf Pornofiltern

17. Juli 2013, 10:31
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Verhältnis zwischen Politik und Providern ist äußerst angespannt

Obwohl derzeit noch ein Pilotprojekt dazu läuft, will die britische Regierung von den Providern eine möglichst flotte Implementierung von Filtern für legale anstößige Inhalte - etwa Pornografie - beim Surfen.

Die Idee ist, dass jeder Anschlussinhaber bei der Einrichtung seiner Breitbandverbindung oder auch nachträglich standardmäßig mit einem solchen Filter surft. Wer die entsprechenden Inhalte sehen möchte, muss diesen explizit abstellen. Das soll aber erst nach einer Überprüfung des Alters möglich sein.

"Default-on" statt "active choice +"

Weil der konservative Premier David Cameron bald eine öffentliche Ankündigung dazu machen will, sollen die Provider sich bei der Implementierung nicht nur beeilen, sondern auch ihr Wording ändern. Statt "active choice +" soll der Terminus "default-on" verwendet werden, wie aus einer der BBC vorliegenden E-Mail hervorgeht.

Von der Regierung heißt es, man wolle weiter in Zusammenarbeit mit den Providern zum Kinderschutz im Internet beitragen. Dazu soll auch eine Sensibilisierungskampagne gestartet werden.

Unmut bei Providern

Gerade die Telekomanbieter scheinen von den Plänen aber nicht besonders begeistert zu sein. So hält die Branche den Begriff "default-on" laut Vertretern für irreführend und sieht die Filter als politische Kampagne. "Es geht darum, dass die Regierung und bestimmte Zeitungen einen Sieg verkünden können", erklärte eine der Quellen gegenüber der BBC. "Dieses Land gehört zu den Pionieren beim Blockieren von Abbildungen von Kindesmissbrauch, jetzt wollen sie die Story einfach weiterköcheln lassen."

"Wenn man sagt, der Filter ist von Anfang an eingeschaltet, vermittelt man den Eltern ein falsches Sicherheitsgefühl", kritsierte ein anderer Industrievertreter. Ein weiterer erklärte, dass die Filterung möglicherweise gesetzeswidrig sei, kein Filter hundertprozentig funktioniere und viele Kinder ohnehin Wege finden würden, sie zu umgehen. (red, derStandard.at, 17.7.2013)

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BBC

  • Ein standardmäßiger aktiven Filter soll Kinder vor anstößigen Inhalten bewahren - die Provider sind verärgert.
    foto: moniquef 12 / sxc.hu/photo/1425237

    Ein standardmäßiger aktiven Filter soll Kinder vor anstößigen Inhalten bewahren - die Provider sind verärgert.

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