Ordination von Wiener Abtreibungsärztin geschlossen

17. Juli 2013, 10:30
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Grund für die Schließung: "Gefahr für Leben und Gesundheit für Patientinnen" - 16 Frauen sollen mit Komplikationen in Spitäler gebracht worden sein

Wien - Die Ordination jener Wiener Allgemeinmedizinerin, die in den vergangenen Jahren (bis zu Jahrzehnten) eine Quasi-Abtreibungsklinik mit dort beschäftigten GynäkologInnen betrieben hat, ist geschlossen. Das gab die Leiterin der zuständigen Wiener Magistratsabteilung 40, Renate Christ, Dienstagabend bekannt.

Dies bedeutet, dass in den Räumlichkeiten keine ärztlichen Leistungen mehr erbracht werden dürfen. Bereits am vergangenen Freitag war der Ärztin in Wien-Neubau die Berufsbefugnis temporär entzogen worden. Die Schließung erfolgte - so Renate Christ - wegen "Gefahr in Verzug und wegen der Gefahr für das Leben und die Gesundheit von Patientinnen".

16 Frauen mit Komplikationen ins Krankenhaus

Dienstagnachmittag hatten sich in der Ordination in Wien-Neubau - seit vielen Jahren für Affären bekannt - ExpertInnen der Magistratsabteilung 40, der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer sowie der Ärztekammer-Gesellschaft für Qualitätsmanagement ÖQMed - eingestellt. Die MA40 prüfte, wieder einmal, die hygienischen Bedingungen. Die ÖQmed begutachtete die fachspezifischen Qualitätsstandards (z.B. Vorliegen von Belegen für die Fortbildung, Einrichtung, Hygieneverordnung, Mitarbeiterschulung etc.). "Die ÖQmed hat die fachspezifischen Qualitätsbedingungen überprüft, auf der Basis dieser Überprüfung hat die MA40 die Sperre veranlasst", erklärte man bei den Wiener Behörden.

Laut der Wiener Patientenanwältin (von der Gemeinde Wien bestellt) Sigrid Pilz waren in den vergangenen vier Jahren 16 Mal Frauen von der Ordination wegen Komplikationen mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht worden. Sieben Frauen mit Komplikationen hätten sich an sie gewandt.

Am Montag forderte der Österreichische Frauenring mehr Qualitätskontrollen und angemessene gesetzliche Regelungen für Abtreibungen. Die Kostenregulierung solle der Staat übernehmen, jedoch solle ein Schwangerschaftsabbruch nicht teurer als 300 Euro sein, hieß es in einer Aussendung. (APA, red, dieStandard.at, 17.7.2013)

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