London setzt weiter auf atomare Abschreckung

16. Juli 2013, 18:45
11 Postings

Verteidigungsminister: U-Boote müssen bald ersetzt werden

London  - Großbritannien will nach den Worten seines Verteidigungsministers Philip Hammond an einer vollwertigen atomaren Abschreckung festhalten. Er erteilte damit einem Vorschlag des liberaldemokratischen Koalitionspartners eine Absage, aus Kostengründen nur noch eine "Teilzeit-Abschreckung" zu praktizieren. Eine Herabstufung wäre ein "großes Glücksspiel mit der Sicherheit Großbritanniens", sagte Hammond am Dienstag.

Großbritannien betreibt derzeit vier U-Boote, die jeweils 16 mit Atomsprengköpfen bestückte Raketen tragen können. Von den vier U-Booten ist jeweils mindestens eines manövrierbereit. Da die Boote der Vanguard-Klasse, zwischen 1993 und 1999 in Dienst gestellt, auf das Ende ihrer Lebensdauer zugehen, muss die Regierung in London innerhalb der nächsten drei Jahre entscheiden, ob sie vollständig oder nur teilweise ersetzt werden sollen.

Die Kosten für einen vollständigen Ersatz werden auf rund 20 Mrd. Pfund (rund 23 Mrd. Euro) geschätzt. Hammond argumentierte am Dienstag, ein nur teilweiser Ersatz würde nur rund 50 bis 60 Mio. Pfund einsparen. Die atomaren Risiken weltweit würden tendenziell größer.

Das Problem der Briten mit ihrer atomaren Abschreckung könnte größer werden, sollte Schottland beim Referendum im September 2014 für seine Unabhängigkeit stimmen. Die Atomsprengköpfe sind allesamt in Schottland stationiert. Eine Verlegung würde Milliardensummen verschlingen. (APA, 16.7.2013)

Share if you care.