Forschen für wirksamere Hilfe

16. Juli 2013, 18:32
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Entwicklungsforschung soll Praxis unterstützen

Wenn sich in Uganda die Folgen des Klimawandels bemerkbar machen, kann das bei Kleinbauern in der Region um den Victoriasee zu Ernteausfällen und Nahrungsengpässen führen. Wie die Bananenproduktion der lokalen Kleinbauern am besten geschützt werden kann, erforscht derzeit das Centre for Development Research (CDR).

Das Institut, das 2009 an der Universität für Bodenkultur Wien (Boku) gegründet wurde, widmet sich dem Feld der angewandten Entwicklungsforschung. Die mehr als 30 Wissenschafter des CDR arbeiten zu verschiedenen Aspekten ländlicher Armut und Ernährung und wollen so die Praxis der Entwicklungshilfe auf die theoretischen Fundamente der Forschung stellen. Ziel ist es, eine Brückenfunktion zwischen den beiden Bereichen zu erfüllen.

Vergangene Woche wurde das CDR vom Wissenschaftsministerium mit dem erstmals vergebenen Preis für Entwicklungsforschung ausgezeichnet. In der Laudatio wurde besonders der interdisziplinäre Charakter des CDR hervorgehoben. Das Forschungsteam setzt sich aus Natur- ebenso wie aus Sozial- und Wirtschaftswissenschaftern zusammen, um die Fragen der Entwicklungsforschung aus mehreren Perspektiven betrachten zu können. Der Preis soll gemeinsam mit einem Nachwuchspreis künftig alle zwei Jahre an ambitionierte Projekte vergeben werden.

Als sich die Boku dazu entschloss, das Centre for Development Research zu gründen, war sie die erste Universität Österreichs, die die Entwicklungsforschung derart institutionalisierte. Heute gehört das CDR zum festen Bestandteil der Universität und ist mit seinen Projekten in vielen Ländern wie Burkina Faso, Ghana, Bangladesch oder auch Nicaragua präsent. Vor allem aber in solchen, die besonders anfällig für Lebensmittel- oder Energiekrisen sind.

Boden, Wasser, Land

Dort arbeiteten die Teams an verschiedenen Schwerpunktthemen, wie etwa einer nachhaltigen Bodenwirtschaft, Schutz von Biodiversität und Wasserressourcen, aber auch zu Fragen rund um nachhaltige und ökologische Land- und Waldwirtschaft sowie Tierzucht.

Die meisten Projekte des CDR haben eine überschaubare Größe und ermöglichen es somit, auf die jeweiligen Besonderheiten besser einzugehen. Dabei geht es nicht darum, direkte Entwicklungshilfe zu leisten, sondern darum, Erkenntnisse zu gewinnen, um die Hilfe effizienter zu gestalten. (Simon Pötschko, DER STANDARD, 17.7.2013)

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