Neuer Laser soll Tattoos effizienter und schonender entfernen

16. Juli 2013, 16:59
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Der erste "PicoSure"-Laser Europas ist in der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum im Einsatz

Der Wunsch, ein Tattoo loszuwerden, ist oft nicht nur eine Geschmacksfrage: Allergien oder bevorstehende Operationen können den Prozess notwendig machen. Die Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum verfügt neuerdings als erste in Europa über einen "PicoSure"-Laser. Dieser arbeitet im Picosekundenbereich und ist somit 100-mal schneller als bisherige Geräte. Entwickelt wurde das Gerät, um Tattoos besser und schonender zu entfernen als bislang möglich.

Kürzere Laserimpulse

Um Pigmente aus der Haut zu entfernen, werden sie mit Laserlicht in der Komplementärfarbe bestrahlt. Ein rotes Feuermal lässt sich etwa durch grünes Laserlicht ausbleichen. Bislang setzte man dabei auf den thermischen Effekt: Der Laser erhitzt das Gewebe mit den Pigmenten, die Farbteilchen "schmelzen" quasi zusammen. Das kann jedoch auch die Pigmentzellen der Haut schädigen.

Der 755-Nanometer-Alexandritlaser "PicoSure" nutzt sehr viel kürzere Laserpulse. Die hohe Energie wird also in einer kleineren Zeitspanne eingestrahlt – zu kurz, um das Gewebe deutlich zu erhitzen. Stattdessen lässt der energiereiche Laserpuls die Farbteilchen zersplittern. Die dabei entstehenden Fragmente sind kleiner als beim herkömmlichen Verfahren, sodass die Fresszellen des Körpers sie leichter abbauen können. 

Denkbar: Therapie von Pigmentstörungen

Gleichzeitig ist die neue Methode schonender für die Pigmentzellen. Laut Hersteller sollen Tätowierungen umfassender und weniger schmerzhaft entfernt werden können. Außerdem soll der Laser im Gegensatz zu anderen alle Farben ausbleichen können.

Im Frühjahr 2013 ging das Produkt zunächst in Amerika auf den Markt. Das RUB-Klinikum schaffte den rund 300.000 Euro teuren "PicoSure"-Laser aus Eigenmitteln an. Die Mediziner hoffen, dass sich das Gerät nicht nur in Bezug auf Tattoos als nützlich erweist, sondern auch für viele andere Pigmentveränderungen.

Denkbar wäre, Pigmenteinsprengungen nach Unfällen, zum Beispiel Feuerwerkskörperexplosionen, zu behandeln. Die Forschung könnte auch eine Therapie von Pigmentstörungen wie etwa Melasmen ermöglichen. (red, derStandard.at, 13.7.2013)

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    Beim bisherigen Einsatz von Laser für die Entfernung von Tattoos wird das das Gewebe mit den Pigmenten erhitzt, die Farbteilchen "schmelzen" zusammen. Das kann jedoch auch die Pigmentzellen der Haut schädigen.

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