Auf das Feuerensemble folgt ein Damenvierer

16. Juli 2013, 17:07
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Die Nickelsdorfer Konfrontationen von Donnerstag bis Sonntag

Man kann und soll es immer wieder sagen: Die 1980 gegründeten Nickelsdorfer Konfrontationen sind nach dem Ende des Berliner Total Music Meeting das weltweit älteste Festival für innovative Improvisationsmusik, dessen Name in Chicago ebenso Rang und Klang hat wie in Tokio. Die einstige Free-Jazz-Avantgarde der 1960er ist längst - wenn auch immer noch sperriger - Teil der Tradition geworden. Die von dieser Musik ausgehenden Impulse bedeuten immer noch Treibstoff für Freigeister, die die Improvisationsmusik auf eigenen Wegen zu erkunden suchen.

An solchen Talenten ist anno 2013 etwa der Salzburger Saxofonist Werner Zangerle mit seinem Braaz-Quartett im Gastgarten von Hans Falbs Jazzgalerie zu hören (20. Juli). Mit Spannung erwartet wird auch der junge dänische Damen-Vierer Selvhenter, in dem freie Improvisation mit Rock, Minimal Music und afrikanischen Rhythmuspatterns verschränkt wird (18. Juli).

Aus der Generation der Gründerväter des europäischen Free Jazz sticht eine Pianisten-Trias ins Auge: Das Alexander von Schlippenbach-Trio,, das in 43 Jahren (!) eine hochsensible Interaktionskultur entwickelt hat (21. Juli), ist ebenso geladen wie der 77-jährige Brite John Tilbury, der mit Franz Hautzinger, Rozemarie Heggen und Hamid Drake ins Gespräche kommen wird (20. Juli), und der Pariser Kollege François Tusques. Dieser nahm 1965 u. a. mit Michel Portal eines der ersten europäischen Free-Jazz-Alben auf.

In Nickelsdorf wird der 75-jährige Tusques mit Mats Gustafsson konzertieren (20. Juli). Gustafsson, der Wahlwiener Saxofonist, lotst auch das 18-köpfige schwedische Fire! Ensemble ins Burgenland. (felb, DER STANDARD, 17.7.2013)

18.-21. 7., Jazzgalerie / Kleylehof / Evangelische Kirche, 2425 Nickelsdorf

  • Mats Gustafsson.
    foto: archiv

    Mats Gustafsson.

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