Russland blockierte Einrichtung von weltgrößter Meeresschutzzone

16. Juli 2013, 19:22
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Bei Sondersitzung der Antarktis-Kommission in Bremerhaven konnte keine Einigung erzielt werden

Bremerhaven - Es sollte ein Meilenstein werden: Die Einrichtung von zwei Schutzgebieten in der Antarktis, die sich zur größten Meeresschutzzone der Welt summieren würden (wir berichteten). Doch die Beratungen darüber sind gescheitert: Russland hat nach Angaben von Umweltschutzgruppen das Vorhaben blockiert. Bei einer Sondersitzung der internationalen Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) in Bremerhaven stellte Russland das Recht der zwischenstaatlichen Organisation infrage, solche Schutzzonen einzurichten, wie die Allianz für den antarktischen Ozean (AOA) am Dienstag berichtete.

Die Schaffung der Meeresschutzgebiete war bereits im vergangenen Herbst beim Jahrestreffen der CCAMLR im australischen Hobart am Widerstand Russlands, der Ukraine und Chinas gescheitert. Die für einen Beschluss notwendige Einstimmigkeit kam nicht zustande, weil die drei Staaten zu starke Beschränkungen für die Fischerei fürchteten. Auf der zweitägigen Sondersitzung der Kommission in Bremerhaven, die am Montag begonnen hatte und am Dienstagabend noch mit Gesprächen zu technischen Fragen andauerte, sollte nun eine Einigung erzielt werden.

"Einmalige Gelegenheit verpasst"

Doch Russland, unterstützt von der Ukraine, verhinderte laut Umweltschützern auch diesmal eine Lösung. Die Allianz für den antarktischen Ozean, in der mehrere Umweltschutzgruppen zusammenarbeiten, beklagte, dass in Bremerhaven eine "einmalige Gelegenheit" für den Schutz der Antarktis verpasst worden sei. "Alle (CCAMLR-)Mitglieder sind zu dieser Sitzung gekommen, um vertrauensvoll zu verhandeln - außer Russland", sagte AOA-Direktor Steve Campbell.

Bei der Konferenz ging es um zwei mögliche neue Schutzgebiete: Eine 2,3 Millionen Quadratkilometer große Zone im Rossmeer, dem intaktesten Meeres-Ökosystem der Welt, und weitere 1,9 Millionen Quadratkilometer Küstengewässer in der östlichen Antarktis. Die Antarktis bietet einen einzigartigen Lebensraum für Pinguine, Seelöwen, Robben, Wale und zahlreiche weitere Tierarten. Sie ist aber unter anderem durch die Fischerei bedroht.

Der CCAMLR gehören 24 Mitgliedsstaaten sowie die Europäische Union an. Gegründet wurde die zwischenstaatliche Organisation 1982. Sie ist Teil des Vertragssystems zum Schutz der Antarktis. (APA/red, derStandard.at, 16. 7. 2013)

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