Calderoli: "Bin kein Rassist"

16. Juli 2013, 14:22
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Lega-Nord-Politiker entschuldigt sich im Parlament nach rassistischer Beschimpfung von Ministerin - Kein Rücktritt

Rom - Der Vizepräsident des italienischen Senats und Spitzenpolitiker der Lega Nord, Roberto Calderoli, hat sich am Montag vor dem Parlament für die rassistische Beleidigung der schwarzen Integrationsministerin Cecile Kyenge entschuldigt. Seine beleidigende Äußerung sei zwar ein gravierender Fehler gewesen, er habe die Ministerin jedoch nicht rassistisch verunglimpfen wollen. "Ich bin kein Rassist", versicherte der Politiker, der einen Rücktritt neuerlich ablehnte.

Calderoli berichtete, dass er sich bei Kyenge bereits entschuldigt habe und ihr einen Blumenstrauß schicken werde. Sein Amt werde er aber nicht niederlegen. "Ich wäre zurückgetreten, wenn dies die Mehrheit im Parlament gefordert hätte, was jedoch nicht erfolgt ist", meinte Calderoli.

Der Politiker der rechtspopulistischen Lega Nord hatte die aus dem Kongo stammende Kyenge mit einem Orang-Utan verglichen. Regierungschef Enrico Letta forderte daraufhin Konsequenzen für die beschämende Äußerung, die viel Empörung ausgelöst hatte. Mehrere Politiker verlangten Calderolis Rücktritt.

Calderoli ist für rassistische Äußerungen bekannt. So musste er 2006 als Minister zurücktreten, weil er in einem T-Shirt mit Mohammed-Aufdruck zu einer Talk Show erschienen war. Im selben Jahr tat er mit der Behauptung hervor, Frankreich habe das Finale der Fußballweltmeisterschaft gegen Italien deshalb verloren, weil die Elf mit "Negern, Muslimen und Kommunisten" gespielt habe. (APA, 16.7.2013)

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