Die 61. Salzburger "Schule des Sehens"

16. Juli 2013, 14:08
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Programm der Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst vorgestellt

Salzburg/Grödig/Hallein  - 1953 hat Oskar Kokoschka in Salzburg eine "Schule des Sehens" gegründet - 60 Jahre danach bietet die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst von 22. Juli bis 31. August 21 zwei- bis vierwöchige Kurse in verschiedenen bildnerische Sparten an und lockt damit rund 300 Studenten aus aller Welt nach Salzburg, und zwar traditionsgemäß Profis ebenso wie Amateure.

"Professionell, dilettantisch, genial"

Details zum Kursprogramm auf der Festung Hohensalzburg, dem Halleiner Salinengelände und dem Kiefer-Marmorsteinbruch in Grödig sowie zu den begleitenden Veranstaltungen  wurden am Dienstag  bei einem Pressegespräch präsentiert. In Vorträgen und Diskussionen werden sich international tätige Künstler, Museums-Kuratoren und Galeristen wie Stephan Dillemuth, Anne Szefer-Karlsen, Sebastian Cickocki oder Ralph Rugoff mit Begrifflichkeit, Ästhetik, inhaltlichen Impulsen und Handlungsweisen des Amateurhaften in der Kunst beschäftigen. Dazu kommen die öffentlich zugänglichen "Mittagsgespräche" der einzelnen Dozenten, zwei Tage der offenen Türen, Museums-Rundgänge, künstlerische Stadtführungen sowie einige Ausstellungen, die zusammen mit dem Museum der Moderne, den Galerien Traklhaus und Eboran und dem Kunstraum Pro Arte in Hallein organisiert werden.

Thema und Jahresmotto zum Geburtstag: "Professionell, dilettantisch, genial".  Die gefragtesten Kurse werden von Kunstdozenten wie Hubert Scheibl, Norbert Bisky, Katharina Sierverding, Mara Mattuschka, Tania Bruguera und Nancy Adajania gehalten. Malerei steht besonders hoch im Kurs, auch für "nützliche" Alltagskunst oder Porträtzeichen interessieren sich viele Studenten. Neu ist heuer ein Modell-Malkurs, in dem es - so wie bei Gründer Kokoschka selbst - darum geht, Menschen in Bewegung optisch als Gesamtheit zu begreifen und dann möglichst schnell zu Papier zu bringen.

"Seit es die Sommerakademie gibt, wird über das Verhältnis zwischen Profi-Künstlern und Amateuren diskutiert", erläuterte Hildegund Amanshauser, seit 2009 Leiterin dieser traditionsreichen Sommer-Kunstschule in Salzburg. "Seit ein paar Jahren kommen immer jüngere Leute nach Salzburg, und der Anteil der Profis steigt. Zur Zeit sind etwa zwei Drittel unsere Studenten Profis, was immer genau damit gesagt sein mag. Entscheidend ist für mich, dass es eine gute Mischung gibt. Denn die Amateure befruchten und bereichern die professionellen Künstler ungemein." Die Kurse kosten je nach Länge von 660 bis 1.220 Euro ohne Aufenthalt in Salzburg. Die Sommerakademie hat 91 Stipendien vergeben. Das Gesamtbudget dieser temporären Kunst-Schule liegt bei 800.000 Euro, die zum Großteil von Stadt und Land stammen.

Salinengebäude letztmalig

Apropos Hallein, die Sommerakademie nutzt die Räumlichkeiten im Salinengebäude heuer zum letzten Mal. "Ja, der Verlust schmerzt, die Räume dort sind fantastisch", so Amanshauser. "Aber wir haben uns entschieden, sie aufzugeben, weil wir damit viel Geld sparen und die meisten Kurse auch auf der Festung unterbringen. Außerdem wurde seit Langem immer wieder gefordert, die quasi zweigeteilte Sommerakademie auf einen Hauptstandort zu konzentrieren."   (APA, 16.7.2013)

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