Elementare Physik in einzelnem Molekül nachgestellt

27. Juli 2013, 12:10
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Entdeckung hilft Forschern, Magnetismus als elementares Phänomen der Physik besser zu verstehen

Deutschen Physikern ist der Nachweis gelungen, wie Magnetismus – der sich gemeinhin als Kraftwirkung zwischen zwei magnetisierten Objekten äußert – auch innerhalb eines einzigen Moleküls wirkt. Diese für die Grundlagenforschung bedeutsame Entdeckung liefert den Forschern ein neues Werkzeug, Magnetismus als elementares Phänomen der Physik besser zu verstehen.

Die kleinste Einheit eines Magneten ist das magnetische Moment eines einzelnen Atoms oder Ions. Koppelt man zwei solcher magnetischer Momente zusammen, ergeben sich zwei Möglichkeiten: Entweder die magnetischen Momente addieren sich zu einem stärkeren Moment – oder sie kompensieren einander und der Magnetismus verschwindet. Quantenphysikalisch korrekt spricht man von einem Triplett oder einem Singulett.

Ein Forscherteam um Mario Ruben vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Heiko B. Weber von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wollten testen, ob man den Magnetismus eines Paars magnetischer Momente in einem einzelnen Molekül elektrisch messen kann. Dafür hatte die Arbeitsgruppe von Ruben ein Molekül aus zwei Kobalt-Ionen für das Experiment maßgeschneidert. Weber und sein Team haben das Molekül in Erlangen in einem so genannten Einzelmolekülkontakt untersucht. Dabei bringt man zwei Metallelektroden so nahe zusammen, dass das Molekül – dessen Länge etwa zwei Nanometer beträgt – über viele Tage hinweg dazwischen stabil gehalten wird, während gleichzeitig der Strom durch den Kontakt gemessen werden kann. Diesen Experimentaufbau haben die Wissenschafter dann unterschiedlichen – bis hin zu sehr tiefen –Temperaturen ausgesetzt.

Kondo-Anomalie

Es zeigte sich, dass der Magnetismus so gemessen werden kann: Der magnetische Zustand innerhalb des Moleküls wurde als Kondo-Anomalie sichtbar – so nennt sich ein Effekt, der den elektrischen Widerstand zu tiefen Temperaturen hin schrumpfen lässt. Er tritt nur dann auf, wenn tatsächlich Magnetismus wirkt – und dient somit als Nachweis. Zugleich gelang es den Forschern, diesen Kondo-Effekt mit der angelegten Spannung an- und auszuschalten. Eine genaue theoretische Analyse präzisiert die verschiedenen komplexen Quantenzustände des Kobalt-Ionenpaars. Es ist somit gelungen, elementare Physik in einem einzelnen Molekül nachzustellen. (red, derStandard.at, 27.7.2013)

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