Universale geht an Bahnbau Wels GmbH

16. Juli 2013, 11:11
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Bautochter mit 150 Mitarbeitern wechselt den Eigentümer

Wals - Zug um Zug schreitet der Ausverkauf lukrativer Töchter und Beteiligungen des seit Mitte Juni insolventen Bauriesen Alpine voran - neue Eigentümer kommen ans Ruder: "Jetzt gibt es auch für die Universale einen Vertrag", sagte Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner am Dienstag. Dieser müsse nur noch durch Gläubigerausschuss und Gericht genehmigt werden. "Das kann möglicherweise noch heute über die Bühne gehen."

Kleiner Käufer

Käufer ist die Bahnbau Wels GmbH, deren Gesellschafter die Familie Rhomberg ist. "Durch diese Akquisition kann sich dieses Unternehmen in der Größe verdoppeln", so Kantner. Den (niedrigen) Kaufpreis wollte er nicht nennen. Der neue Eigentümer beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und erzielt einen geschätzten Jahresumsatz von 22 Mio. Euro.

Die nunmehr übernommene Universale Bau ist etwas größer - sie wies für 2012 einen Umsatz von rund 25 Mio. Euro und umfasst 150 Mitarbeiter. Für die Universale als "erfolgreich operierendes Unternehmen" ist die Übernahme dem Kreditschützer zufolge "eine gute Nachricht".

Riesenpleite

Die Hazet Bau, die mit rund 400 Arbeitnehmern in guten Jahren einen Umsatz von bis zu 34 Mio. Euro erzielte, ging Anfang der Woche um 4,25 Mio. Euro mehrheitlich an die niederösterreichische Bauservice-Fuhs GmbH aus Bisamberg, die mit rund 250 Mitarbeitern ebenfalls kleiner ist als der übernommene Betrieb - 50 Prozent hält das Unternehmen direkt, 30 Prozent dessen Geschäftsführer Hans Pöcho. Die restlichen 20 Prozent gehören einem weiteren Bauunternehmen aus Niederösterreich.

Wegen der notwendig gewordenen Zerschlagung der insolventen Alpine Bau wurden die geschätzten Passiva des Bauriesen gleich zu Beginn des Insolvenzverfahrens von 2,6 Mrd. auf "mindestens 2,8 Mrd. Euro" hinaufgesetzt. Die Aktiva wurden anfangs grob auf rund 660 Mio. Euro geschätzt. Aus diesen vorläufigen Berechnungen ergibt sich eine Überschuldung von zumindest 2,14 Mrd. Euro - damit sorgt die Alpine für die bisher größte Pleite der vergangenen Jahrzehnte. (APA, 16.7.2013)

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