Europas Leitbörsen schließen einheitlich mit Verlusten

16. Juli 2013, 18:24
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Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 0,78 Prozent auf 2.665,61 Zähler.

Die Anleger dürften sich am heutigen Handelstag ruhiger verhalten haben. Dieser Trend dürfte sich bis zur Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwoch fortsetzen, hieß es auf Anlegerseite. Investoren erhoffen sich Aussagen über das weitere Vorgehen der Fed mit Blick auf eine mögliche Drosselung der ultralockeren US-Geldpolitik.

Negativ wirkten sich hingegen Aussichten für die deutsche Wirtschaft aus, diese haben sich nach Ansicht von Finanzmarktexperten leicht verschlechtert. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnete Index für die Konjunkturerwartungen fiel im Juli um 2,2 Punkte auf 36,3 Punkte, wie das Institut in Mannheim mitteilte. Bankvolkswirte hatten indes mit einem Anstieg auf 40,0 Punkte gerechnet. Die Experten blieben damit aber bei ihrer "insgesamt positiven Prognose", erklärte ZEW-Präsident Clemens Fuest.

Für wenig Impulse sorgte die US-Industrieproduktion, die im Juni wie erwartet gestiegen ist. Im Monatsvergleich sei die Produktion um 0,3 Prozent geklettert, teilte die US-Notenbank mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg in dieser Größenordnung gerechnet. Im Vormonat hatte die Produktion noch stagniert.

Branchenseitig gab es überwiegend Verluste, nur bei den Autozulieferern, den Rohstoffwerten und den Versorgern gab es Gewinne. Am schlechtesten lief der Handelstag für die Versicherer und den Aktien aus dem Gesundheitsbereich.

Nach dem enttäuschenden Vorquartal wird Europas größter Softwarehersteller SAP einen Aktionären laut Einschätzung von Analysten eine weitere negative Überraschung ersparen. Besonders das starke Amerika-Geschäft und Nordeuropa stützen die Zahlen. Sollte SAP die Erwartungen aber erneut enttäuschen, würde das Unternehmen unter Druck geraten, die Jahresprognose zu kappen. Zu Monatsbeginn hatte SAP den Ausblick noch bestätigt. Der im DAX notierte Konzern legt am Donnerstag (18. Juli) seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Die Papiere schlossen mit minus 0,48 Prozent bei 57,52 Euro.

Schlechte Nachrichten gab es außerdem für die europäischen Autobauer. Die Bilanz für das erste Halbjahr zeichnete ein düsteres Bild: In der Europäischen Union wurden 6,2 Millionen Autos neu zugelassen - das sind 6,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Juni fiel das Minus zwar etwas geringer aus, wie der Branchenverband Acea mitteilte. An der Börse wurden die Nachrichten unterschiedlich aufgenommen. Während die Aktien von Daimler am Abend mit plus 1,69 Prozent zulegten, ging es für die Papiere von BMW mit 0,34 Prozent nach oben und bei Volkswagen mit minus 0,36 Prozent nach unten. (APA, 16.7.2013)

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