Vontobel-Zertifikat auf Schweizer Aktienmarkt

16. Juli 2013, 08:55
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Managed Risk Total Return Index Switzerland

Geldanlagen stellen entweder auf das Erreichen eines Ertragsziels ab – in diesem Fall wird das einzugehende Risiko zur Variablen – oder sie richten sich nach einem maximal erträglichen Risiko aus und akzeptieren den danach zu erzielenden Ertrag. Risiko ist an den Finanzmärkten über die Kenngröße Volatilität (annualisierte, quadrierte Standardabweichung der Rendite eines Finanzinstrumentes) nicht nur berechenbar, sondern auch – zumindest teilweise – beherrschbar geworden. Setzt man eine bestimmte, maximal tolerierbare Volatilität ins Verhältnis zu einer Anlagesumme, so stellt der Value at Risk denjenigen Verlustbetrag dar, der mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit (i.d.R. liegt das Konfidenzintervall bei 99 Prozent) innerhalb eines Zeitraumes nicht überschritten werden sollte. Hieraus ergibt sich ein anteiliges Risikobudget, das für risikobehaftete Anlagen – etwa Aktien – zur Verfügung steht, die Differenz zur Anlagesumme wird in risikofreie Anlagen – etwa den Geldmarkt - investiert. Aus den periodisch betrachteten Änderungen der Schwankungsbreite des Marktes leitet sich folglich eine veränderte Investitionsquote ab.

Schwankungsbreite bestimmt Investitionsquote

Vontobel setzt diese Strategie mit dem Managed Risk Total Return Open End Index-Zertifikat (ISIN: DE000VFP4276) auf dem Schweizer Aktienmarkt um. Die beiden Investitionskomponenten, eine Anlage im Swiss Market Index (Total Return) und eine Geldmarktanlage (Schweizer Franken 1-Monats-LIBOR abzgl. 0,25 Prozent), werden auf monatlicher Basis rekombiniert. Zwar lag die Performance des Total Return-Index auf Sicht eines Jahres währungsbereinigt mit plus 25 Prozent höher als die Rendite der Strategie (plus 16,5 Prozent), jedoch lässt sich die risikomindernde Wirkung der Geldmarktbeimischung direkt an der Volatilität des Zertifikates ablesen: Diese liegt im 12-Monats-Rückblick bei gerade einmal 7 Prozent, während es der SMI (TR) 14 Prozent bringt; im kurzfristigeren 3-Monats-Vergleich ist die Differenz noch wesentlich höher (20 Prozent im Index gegenüber 7 Prozent in der Strategie).

Für die monatliche Neugewichtung werden 0,08 Prozent Managementgebühr fällig (jährlich 0,96 Prozent). Dies scheint vertretbar, da sämtliche Dividendenzahlungen des Total Return-Index und Zinsen der Cash-Komponente der Strategie zugeschlagen werden. Die Geld-Brief-Spanne liegt bei 0,77 Prozent.

Fazit: Wer das ungebremste Risiko des Schweizer Aktienmarktes übernehmen möchte, bedient sich eines Indextrackers; dieses Zertifikat eignet sich besonders als risikomindernde Beimischung zu einem international ausgerichteten Aktienportfolio. Investoren übernehmen das Wechselkursrisiko des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro.

Thorsten Welgen ist Mitarbeiter des ZertifikateReports und HebelprodukteReports. Die kostenlosen PDF-Newsletter erscheinen wöchentlich.
Weitere Infos: www.zertifikatereport.de und www.hebelprodukte.de.

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