Ratingagentur stuft Bank Austria herab

16. Juli 2013, 09:24
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Moody's setzte das Rating der Bank auf Baa1

Frankfurt am Main - Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit der UniCredit -Tochter Bank Austria zurückgestuft. Die Bonität der Bank bewerten die Analysten nun mit "Baa1" statt zuvor "A3". Der Ausblick bleibt negativ. Die Agentur begründete den Schritt mit einer schlechteren Bonitätsnote für die Mutter UniCredit. Diese werde der österreichischen Bank jedoch "mit hoher Wahrscheinlichkeit" zur Seite springen, sollte sie Geld benötigen. Zudem dürfte im Ernstfall nach Einschätzung der Experten auch der österreichische Staat einspringen. Zuletzt hatte Moody's das Rating der UniCredit Bank Austria im Juni 2012 um eine Stufe gesenkt.

Auch Standard & Poor's hat der Bank vor kurzem eine schlechtere Note gegeben. Die Agentur begründete das mit dem ebenfalls negativen Ausblick für die Bank-Austria-Mutter, die italienische UniCredit, als auch mit dem höheren Risiko für die Stabilität der Geschäfte und die Qualität der Assets, was sich aus dem starken Wachstum in den ausländischen Märkten ergebe. S&P ging davon aus, dass die Bank Austria auch weiter in den schnell wachsenden, aber relativ volatilen Märkten Türkei und Russland expandieren und sich damit weiter einem höheren wirtschaftlichen Risiko aussetzen werde.

Eigenkapitaldecke zu dünn

Die Eigenkapitaldecke österreichischer Banken insgesamt ist nach Ansicht der Nationalbank immer noch zu dünn. Zwar seien die Banken in den vergangenen Monaten bei der Aufstockung ihrer Krisenpolster vorangekommen, hieß es zuletzt. Bis 2022 benötige der österreichische Bankensektor aber weitere drei bis acht Milliarden Euro, um die strengeren Anforderungen der Kontrolleure zu erfüllen.

Der heimische Bankensektor habe seine Gewinne im vergangenen Jahr gesteigert. Das operative Geschäft laufe weiterhin schwach und die Gewinne im Heimatmarkt Österreich seien gering.  Ein ähnliches Bild zeige der interne Stresstest, den die Nationalbank zu Jahresbeginn gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Angriff genommen hat. Vor allem die Großbanken Erste, Raiffeisen und Bank Austria hätten Fortschritte gemacht. Sie zählen zu den größten Kreditgebern in Zentral- und Osteuropa. (APA/red, derStandard.at, 16.7.2013)

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    Schlechte Nachrichten für Bankchef Willibald Cernko.

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    Von der heimischen Nationalbank bekam die Bank zuletzt ein positives Zeugnis ausgestellt.

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