Kasachstan-Affäre: Italiens Premier will lückenlose Aufklärung

15. Juli 2013, 17:58
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Innenminister will über Polizeiaktion nicht informiert gewesen sein

Rom – Italiens Innenminister Angelino Alfano bleibt dabei: Er versichert, über die Polizeiaktion nicht informiert gewesen zu sein, die zur Abschiebung der Ehefrau und der Tochter des kasachischen Dissidenten Mukhtar Abliasow geführt hat. Allerdings mehrten sich am Montag Stimmen, die dem zuständigen Minister nicht glauben – zumindest nicht restlos.

Alfano, ein Schützling von Ex-Premier Silvio Berlusconi, bekam am Montag Rückendeckung von dessen Partei PdL. Fraktionsführer Renato Brunetta machte aus der Causa gar eine Koalitionsfrage, sollte auf Alfano Druck ausgeübt werden, er solle zurücktreten.

Regierungschef Enrico Letta kündigte im Interview mit La Repubblica an, "wir werden Licht in die Angelegenheit bringen und der Sache auf den Grund gehen. Wer Fehler begangen hat, wird dafür bezahlen."

Bericht über Misshandlung

Unterdessen sorgt eine von der Financial Times veröffentlichte Schilderung von Abliasows Ehefrau Alma Schalabajewa, in der sie von Misshandlung spricht, für Aufregung. Die italienische Polizei dementierte umgehend ihre Äußerungen. Ein Bericht von Polizeipräsident Alessandro Pansa werde am Dienstag oder Mittwoch Klarheit schaffen.

Unterdessen urlaubt Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew weiterhin in der Villa eines Berlusconi-Freundes auf Sardinien. Berlusconi, so mutmaßt die Opposition, könnte die Abschiebung im Sinne Nasarbajews eingefädelt haben – und zwar an den Behörden vorbei. (gian/DER STANDARD, 16.7.2013)

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