Kritik: Taskforce ohne Rechtsanwälte

15. Juli 2013, 17:33
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Jugendliche Häftlinge sollen einmal im Monat mit einem Anwalt ihres Vertrauens sprechen können, ohne abgehört zu werden

Wien - Dass in der Taskforce zum Jugendstrafvollzug keine Rechtsanwälte vertreten sind, hat der Präsident der Österreichischen Rechtsanwaltskammer, Rupert Wolff, am Montag kritisiert. "Wir bedauern das", sagte Wolff, schließlich seien die Anwälte Vertrauenspersonen.

Richter für Jugendliche keine Vertrauenspersonen

Wolff forderte zugleich, dass Jugendliche in U-Haft oder Strafhaft einmal im Monat die Möglichkeit haben sollten, sich mit dem Anwalt ihres Vertrauens zu besprechen, ohne dabei abgehört zu werden. Das derzeit vorgesehene Gespräch mit dem zuständigen Richter sei kein adäquater Ersatz. Diesen würden die jugendlichen Häftlinge nicht als Vertrauensperson wahrnehmen, sondern als "Gegner, der mich verurteilt hat".

"Kommission hätte schon vor 20 Jahren tagen müssen"

"In Wahrheit hätte die Expertenkommission schon vor 20 Jahren tagen müssen", sagte Wolff, nachdem zuletzt mehrere Missbrauchfälle in der Jugendhaft bekannt geworden waren. Jeder einzelne Fall sei einer zu viel. "Der Strafvollzug, insbesondere die U-Haft von Jugendlichen, darf kein rechtsfreier Raum sein", so Wolff. (APA, 15.7.2013)

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