Rohstofffonds und Co. nur mehr für Profis

15. Juli 2013, 14:35
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In Österreich Konzessionsvorgaben für 50 Fondsmanager mit rund 100 Angeboten

Wien - In spezielle alternative Investmentfonds wie Rohstofffonds können künftig nur mehr Profis investieren, keinesfalls aber Retail-Anleger. Das stellt das so genannte Alternative Investmentfonds Manager-Gesetz (AIFMG) klar. Das österreichische Gesetz tritt am 22. Juli in Kraft, also nächste Woche.

Das Gesetz baut auf einer EU-Richtlinie auf, nach der Verwalter alternativer Investmentfonds unionsweit beaufsichtigt und harmonisiert reguliert werden. Ein alternativer Investmentfonds muss von einem konzessionierten Manager verwaltet werden. Diese Manager (Fondsverwalter) wiederum unterstehen Mindestanforderungen und sind unter Beobachtung der Finanzmarktaufsicht. Dieses Marktsegment war bisher weitgehend unreguliert.

In der Finanzmarktaufsicht (FMA) schätzt Vorstand Klaus Kumpfmüller die Zahl der Manager, die konzessioniert werden könnten, in Österreich auf 50. Dabei gehe es um rund 100 verschiedene Fondsprodukte und ein Volumen von rund 15 Mrd. Euro. Es gibt einjährige Übergangsfristen.

Gespräche mit Immobilien-AGs

Ob Immo-Gesellschaften wie Immofinanz, Conwert, CA Immo und ähnliche AGs ebenfalls diese Konzession brauchen, gab die FMA am Montag auf Anfrage nicht bekannt. "Wir schauen uns jedes einzelne Unternehmen an", sagte Kumpfmüller. "Es kann sein, dass das eine odere andere Unternehmen sein Geschäftsmodell anpassen muss."

Österreich macht laut FMA von einer Ausnahmebestimmung Gebrauch: Die nun umgesetzte EU-Richtlinie für Alternative Investmentfonds wird nicht für Fonds angewandt, die weniger als 100 Millionen verwalten. Ebenso außen vor bleiben Fonds bis 500 Mio. Euro, wenn sie keinen Leverage (Hebelfinanzierung) verwenden. Diese Fonds müssen sich aber registrieren. In Fonds unter 100 Millionen sind auch Retail-Investments möglich.

Die Zulassung erfolgt in Österreich bei der FMA. Danach ist ein unionsweiter Vertrieb möglich. Gesetzlich vorgeschrieben ist künftig auch, dass der Sitz der Depotbank im selben Land sein muss wie der Sitz des Fonds. Die Depotbank ist gegenüber Investoren und Managern haftbar. (APA, 15.7.2013)

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