Sberbank Europe fährt 2012 Verlust ein

15. Juli 2013, 11:02
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Die frühere Volksbank International verzeichnet einen Verlust von 265 Millionen Euro, Risikovorsorgen und Abschreibungen belasteten das Ergebnis

Wien - Die Sberbank Europe, die frühere Volksbank International (VBI), musste 2012 einen Verlust von 264,6 Mio. Euro hinnehmen, das gehe aus dem Konzernabschluss hervor berichtet das "WirtschaftsBlatt". Im Jahr 2011 habe der Verlust 163,7 Mio. Euro betragen. Verantwortlich für den Fehlbetrag 2012 seien vor allem deutlich höhere Risikovorsorgen und Firmenwertabschreibungen der Tochterbanken in Zentral- und Osteuropa. Die Bank sei für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen.

Die Vorsorgen weger der schlechter werdenden Kreditqualität seien bei 261 Mio. Euro gelegen, das sei gegenüber 2011 ein Plus von rund 37 Prozent. Besonders seien sie in der Slowakei mit knapp 72 Mio. Euro gewesen und auch in Ungarn und Kroatien seien die Vorsorgen hoch ausgefallen, so die Zeitung.

Höhere Verluste

Das sei auch der Grund für die hohen Verluste der Banken in diesen Ländern gewesen. In Ungarn habe es ein Minus von 56,4 Mio. Euro gegeben, in der Slowakei von 48,4 Mio. Euro, in Kroatien von 27,8 Mio. Euro. Gewinn erzielt hätten die Tochtergesellschaften in Serbien, Tschechien und in der Ukraine. Die Firmenwerte seien bei fast allen Osttöchtern auf null abgeschrieben, in Summe machten diese Wertberichtigungen 26 Mio. Euro aus. Übrig geblieben sei der Goodwill nur mehr in der Slowakei und Tschechien.

Das Eigenkapital sei Anfang 2011 bei 1,1 Mrd. Euro gelegen und habe sich wegen der Verluste verringert. Die Mutter in Moskau und die Ex-Eigentümer (ÖVAG, DZ Bank und Banque Populaire) hätten 300 Mio. bzw. 81,5 Mio. Euro zugeschossen. Im April 2013 habe die Sberbank zur Stärkung der Kapitaldecke nochmals 250 Mio. Euro in die Hand genommen. Die russische Bank habe für die im Februar 2012 übernommen Bank bisher 1,1 Mrd. Euro bezahlt. Die Übernahme kostete 505 Mio. Euro, dazu seien zwei Kapitalspritzen in Höhe von 550 Mio. Euro gekommen.

Die Sberbank Europe wolle nun das Geschäft in Österreich aufbauen. Sie habe seit Mai die Vollbanklizenz und könne auch das Einlagengeschäft in Österreich betreiben. Der Vorstand sei zuversichtlich, dass sich das Ergebnis 2013 verbessert. Laut Konzernabschluss sei das erste Quartal "zufriedenstellend" verlaufen. (APA, 15.7.2013)

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    Risikovorsorgen und Abschreibungen in Zentral- und Osteuropa belasteten das Ergebnis der Sberbank Europe.

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