Lega-Senator entschuldigte sich bei Ministerin

15. Juli 2013, 10:00
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Calderoni hat sich bei einem Telefonat mit der Integrationsministerin Kyenge entschuldigt

Rom - Der italienische Ex-Reformenminister und Senator der rechtspopulistischen Oppositionspartei Lega Nord, Roberto Calderoli, hat sich bei der italienisch-kongolesischen Integrationsministerin Cecile Kyenge entschuldigt, die er bei einer Parteiveranstaltung mit einem "Orang-Utan" verglichen hatte. "Wenn ich Kyenge sehe, muss ich an einen Orang-Utan denken", hatte Calderoli betont und somit helle Empörung in Italien ausgelöst. Daraufhin entschuldigte sich Calderoli bei Kyenge. Er habe mir ihr ein telefonisches Gespräch geführt und mit ihr ein Treffen im Parlament ausgemacht, bei dem Themen der Integration besprochen werden sollen, sagte Calderoli.

Wollte Ministerin nicht beleidigen

Für seine Ausfälle entschuldigte sich Calderoli mit der Bemerkung, er habe sich auf einer politischen Versammlung zu Wort gemeldet. Es sei ihm ferngelegen, die Ministerin zu beleidigen. Der Vizepräsident des Senat weigerte sich jedoch zurückzutreten, wie mehrere Politiker gefordert hatten. Seine Worte seien missverstanden worden, sagte Calderoli, der mit seinen Ausfällen auch Empörung bei Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano ausgelöst hatte. Dieser klagte über "barbarisches Verhalten" in der italienischen Politik.

Kyenge sagte, Calderoli sollte als führendes Mitglied des Senats darüber nachdenken, wie er Italien vertreten wolle. Seit ihrer Ernennung zur Ministerin ist Kyenge mehrfach Ziel rassistischer Beleidigungen geworden. Ministerpräsident Enrico Letta nannte die Angriffe Calderolis nicht hinnehmbar.

Nicht die erste rassistische Äußerung

Calderoli ist für rassistische Äußerungen bekannt. So musste er 2006 als Minister zurücktreten, weil er in einem T-Shirt mit Mohammed-Aufdruck zu einer Talk Show erschienen war. Im selben Jahr tat er mit der Behauptung hervor, Frankreich habe das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Italien deshalb verloren, weil die Elf mit "Niggern, Muslimen und Kommunisten" gespielt habe. (APA, 15.7.2013)

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