Dutzende Tote bei neuer Anschlagsserie im Irak

14. Juli 2013, 21:03
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Zahlreiche Verletzte bei Explosionen kurz vor Sonnenuntergang

Bagdad - Die Gewalt im Irak reißt nicht ab: Bei einer Serie von Bombenschlägen im Süden des Landes wurden am Sonntag mindestens 14 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Nach anderen Angaben starben sogar mindestens 24 Personen. Die Sprengsätze explodierten kurz vor Sonnenuntergang, sagten Vertreter der Sicherheitsbehörden. Zu der Zeit kommen die Muslime im Ramadan zum Fastenbrechen zusammen.

Die größte Explosion ereignete sich demnach in der Stadt Basra, wo acht Menschen durch eine Bombe in der Nähe des Hauptsitzes einer schiitischen Partei starben.

Explosion nahe Markt

In der vor allem von Schiiten bewohnten Stadt Kerbala explodierte eine Autobombe in der Nähe eines Marktes. Sieben Menschen starben, elf weitere wurden verletzt.

In Nasiriya, rund 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Bagdad, detonierten zwei Autobomben gleichzeitig vor einer Gewerkschaftszentrale. Die Sprengsätze rissen zwei Menschen in den Tod, 25 wurden verletzt.

Auch in den Städten Kut und Hilla gingen Autobomben hoch. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, 28 weitere wurden verletzt.

Am Samstag und Freitag waren bei Bombenanschlägen mehr als 60 Menschen getötet worden. Am Samstagabend detonierten in der Hauptstadt Bagdad in der Nähe zweier sunnitischer Moscheen Sprengsätze. Mindestens 23 Menschen, die sich zum Gebet im Fastenmonat Ramadan versammelt hatten, seien ums Leben gekommen, teilten die Polizei und Rettungskräfte mit.

Detonationen vor Moscheen

"Eine Bombe ging hoch, als Gläubige die Moschee Khalid Bin al-Waleed verlassen haben", berichtete ein Polizist über den Anschlag in Doura, einem Viertel im Süden von Bagdad. Ein Selbstmordattentäter habe sich in die Luft gesprengt. "Durch die Wucht der Explosion wurden Leichen zurückgeschleudert", sagte der Polizist. In Stadtteil Jamia im Westen von Bagdad detonierte ein mit Sprengstoff beladenes Auto vor der Mulla-Hwesh-Moschee. Zudem kamen am Samstag in anderen Landesteilen insgesamt fünf Polizisten bei gewaltsamen Zwischenfällen ums Leben.

Am Freitagabend wurden in Kirkuk mindestens 31 Menschen getötet, als in einem Teehaus ein Sprengsatz explodierte. Auch hier hatten sich Menschen versammelt, um im Ramadan das Fasten zu brechen. Kirkuk liegt rund 250 Kilometer nördlich von Bagdad in einer ölreichen Region.

Wachsende Spannungen in diesem Jahr

Seit Beginn des Jahres werden im Irak wieder fast täglich Anschläge verübt. Allein im Juni starben 761 Menschen, im Juli sind es bisher über 300. Grund sind die wachsenden Spannungen zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden. Viele Anschläge werden sunnitischen Aufständischen angelastet. Sie fühlen sich von der schiitischen Mehrheit unterdrückt, die nach dem Sturz des Diktators Saddam Hussein im Jahr 2003, eines Sunniten, das Sagen hat.

Hinzu kommen die Spannungen zwischen Kurden und Schiiten. Um den Status von Kirkuk streiten sich seit Jahren die schiitisch-geführte Regierung in Bagdad und die Kurden, die Kirkuk ihrer Autonomen Region Kurdistan im Norden des Irak einverleiben wollen. Dass Kurden, Schiiten und Sunniten noch immer keinen Kompromiss gefunden haben, wie sie die Macht teilen sollen, nährt die Sorge, dass der Irak zehn Jahre nach der US-geführten Invasion und dem Sturz Saddams Husseins auseinanderbrechen könnte.

Etwa 97 Prozent der Iraker sind Muslime - zwei Drittel davon Schiiten und ein Drittel Sunniten. Ex-Diktator Saddam Hussein, ein Sunnit, hatte die Schiiten diskriminiert. Nach dem Einmarsch der US-Truppen und ihrer Verbündeten 2003 verloren die sunnitischen Stämme Macht und Einfluss. Nach dem US-Abzug 2011 entbrannte der Machtkampf zwischen Schiiten und Sunniten aufs Neue. (APA, 14.7.2013)

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