Pfarrerin in der Schweiz glaubt nicht an Gott

14. Juli 2013, 18:55
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Als Atheistin will sich Ella de Groot dennoch nicht bezeichnen

Eine evangelisch-reformierte Pfarrerin aus der Schweiz hat am Sonntag in einem Rundfunkgespräch die Existenz Gottes abgestritten. "Es gibt keinen Gott", sagte Pfarrerin Ella de Groot im Schweizer Radiosender SRF 2 Kultur. "Alles, was wir über Gott sagen, ist unsere Fantasie, ist in unserem Kopf entstanden." Die Pfarrerin in Muri-Gümligen im Kanton Bern erklärte weiter, dass sie auch nicht an das ewige Leben glaube. Die gebürtige Niederländerin, die in ihren Gottesdiensten keinen Talar trägt, wollte sich aber nicht als Atheistin bezeichnen. "Diese Frage stellt sich für mich nicht."

In ihrer Gemeinde denke sie mit den Menschen darüber nach, warum es das starke Bedürfnis nach einem Gottesglauben gebe. Pfarrer müssten den Menschen helfen, Sinn im Leben zu finden, ohne den Glauben an "etwas Höheres". De Groot sagte, sie sei Pfarrerin "wegen der Menschen" geworden.

Die "Kraft des Lebens"

Die Pfarrerin erklärte, dass sie an die "Kraft des Lebens" glaube. Sie verehre Jesus von Nazareth. Jesus sei die wichtigste Gestalt des Glaubens und habe eine Vorbildfunktion. Er habe die Menschen "zum Leben befreit".

De Groot gab an, in einem reformierten Elternhaus mit strengen Regeln in den Niederlanden aufgewachsen zu sein. Dort habe sie nur ritualisierte Formen des Gottesglaubens erfahren. Ein Gespräch über den Glauben mit ihren Eltern zu führen sei absolut tabu gewesen, erinnerte sie sich. Als Kind habe sie nur einen "strafenden Gott" kennengelernt. (Jan Dirk Herbermann aus Genf, DER STANDARD, 15.7.2013)

  • Das (Gottes-)Haus von Muri-Gümligen
    foto: aliman5040/wikimedia commons (CC-Lizenz)

    Das (Gottes-)Haus von Muri-Gümligen

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