Deutscher IT-Dienstleister Cancom profitiert von Spionageskandal

14. Juli 2013, 09:52
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Firmenchef Weinmann: "Öffentliche Diskussion über Datensicherheit hat uns den Vertrieb erheblich erleichtert"

Der IT-Dienstleister Cancom sieht sich als Gewinner des Spionageskandals. "Die öffentliche Diskussion über Datensicherheit hat uns den Vertrieb erheblich erleichtert", sagte Cancom-Chef Klaus Weinmann der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Erst seit den Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden werde dem Thema Datensicherheit eine große Aufmerksamkeit geschenkt. Auch Konkurrenten wie Bechtle hatten berichtet, dass nach den Spähattacken der Geheimdienste der USA und Großbritanniens vor allem mittelständische Unternehmen IT-Dienstleister um Hilfe ersuchen.

Umsatzverdoppelung angestrebt

Cancom will den Umsatz in drei bis fünf Jahren auf eine Milliarde Euro nahezu verdoppeln, die Gewinnziele könne das Unternehmen dank der starken Nachfrage nach Cloud-Computing bereits früher erreichen. "Wir können 50 Millionen Euro operativen Gewinn auch ohne die eine Milliarde Euro Umsatz erreichen", sagt der Cancom-Chef. 2012 hatten die Münchner bei einem Umsatz von 558,1 Millionen Euro einen operativen Gewinn (Ebitda) von 28,1 Millionen Euro erzielt.

Im zweiten Quartal sei das Geschäft gut gelaufen. "April und Mai waren gute Monate. Im Juni hat sich der positive Trend fortgesetzt", sagte Weinmann. Cloud-Dienste brächten Cancom derzeit mit zehn Millionen Euro Jahresumsatz "drei bis vier Millionen Euro operativen Gewinn", sagte Weinmann und sind damit deutlich lukrativer als die anderen Geschäftsfelder.

Analysten hatten zuletzt gelobt, dass Cancom beim Umbau von einer wenig spannenden IT-Firma zu einem Anbieter von Cloud-Lösungen auf einem guten Weg sei. Die im TecDax notierte Aktie hat seit Jahresbeginn rund 50 Prozent zugelegt. (APA, 14.07.2013)

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