Snowden soll weiteres Enthüllungsmaterial besitzen

    14. Juli 2013, 09:41
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    Journalist: US-Whistleblower wolle aber seinem Land nicht schaden

    Der US-Computerexperte Edward Snowden hat laut einem ihm nahestehenden Journalisten weitere Informationen, deren Veröffentlichung enormen Schaden für die USA anrichten würde. "Snowden hat ausreichend Informationen, um in einer Minute mehr Schaden anzurichten, als irgendjemand es in der Geschichte der USA getan hat", sagte der US-Journalist Glenn Greenwald in einem am Samstag in der argentinischen Zeitung "La Nacion" veröffentlichten Interview.

    Greenwald hatte in der britischen Zeitung "The Guardian" die ersten Enthüllungen Snowdens zum US-Programm "Prism" zur Überwachung der Telefon- und Internetkommunikation veröffentlicht.

    Snowden will aufklären, nicht schaden

    Der frühere Mitarbeiter des US-Geheimdiensts NSA habe noch "eine enorme Menge Dokumente, die der Regierung der USA schweren Schaden zufügen würden, wenn sie veröffentlicht würden", sagte Greenwald gegenüber "La Nacion". Dies sei jedoch "nicht das Ziel von Snowden", betonte der Journalist, der weiterhin in Kontakt mit Snowden steht.

    Sein Ziel sei es vielmehr, die Risiken der Programme aufzuzeigen, die Menschen weltweit benutzen, ohne zu wissen, welcher Gefahr sie sich aussetzen, und ohne "bewusst akzeptiert zu haben, ihr Recht auf den Schutz des Privatlebens aufzugeben", sagte Greenwald.

    Weiterhin in Moskau

    Snowden hatte Anfang Juni mit der Enthüllung geheimer Überwachungsprogramme des US-Geheimdiensts weltweit für Aufsehen gesorgt. Aus Hongkong, wo er vorübergehend Zuflucht gesucht hatte, flog er Ende Juni nach Moskau, strandete dort aber im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo.

    Die US-Justiz will ihm den Prozess machen, Russland lehnt aber seine Auslieferung ab. Venezuela, Bolivien und Nicaragua sicherten ihm Asyl zu, doch kann Snowden nicht ausreisen, weil die USA seine Reisepapiere für ungültig erklärten. Am Freitag kündigte Snowden an, vorübergehend in Russland Asyl beantragen zu wollen. (APA, 14.07.2013)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Edward Snowden sitzt weiter in Moskau fest.

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