Ibrahimovic will Paris hinter sich lassen

13. Juli 2013, 17:47
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Schwedischer Star betreibt wegen Cavani-Verpflichtung offenbar den Bruch mit französischem Meister - Real Madrid erste Wahl, aber auch ManCity im Rennen

Das hat Zlatan Ibrahimovic offenbar nicht so gut gefallen: Sein Klub Paris St.Germain, mit dem der Schwede gerade erst französischer Meister wurde, wird Edson Cavani um 63 Millionen Euro vom SSC Napoli verpflichten. Der viertteuerste Transfer aller Zeiten könnte die Position des Schweden als Alleinherrscher im Parc des Princes gefährden, der 31-Jährige ist darob verstimmt.

Wie der "Daily Mirror" berichtet, hat sich Ibrahimovic bereits daran gemacht, es sich mit dem neuen Paris-Trainer Laurent Blanc zu verscherzen. In voller Absicht natürlich. Angeblich wird der Goalgetter am kommenden Donnerstag nicht zum ersten Training erscheinen, obwohl er ohnehin gerade einen zehntägigen Sonderurlaub konsumiert. Der PSG-Star fehlt deshalb auch beim Trainingslager in Österreich mit den Testspielen gegen Sturm Graz (1:3) und Rapid (2:1).

Am liebsten Madrid

Ibrahimovics Agent soll im Gegenteil den Auftrag haben, seinen Schützling bei Real Madrid unterzubringen. Dort ist Carlo Ancelotti am Ruder, der Paris heuer nach 19 Jahren wieder zur Meisterschaft gecoacht hatte. Der Abgang des italienischen Trainers, zu dem er offensichtlich einen guten Draht hat, ist Ibrahimovic sauer aufgestoßen. Bereits zuvor hatte er Konsequenzen für einen solchen Fall nicht ausgeschlossen.

Es galt daher als eine der vordringlichsten Aufgaben Blancs, seinen leicht zu verärgernden Star zu beschwichtigen. Ob der ehemalige französische Teamchef, als Spieler Kapitän der Weltmeister-Elf von 1998, dafür der richtige Mann ist, darf jedoch bezweifelt werden. Blanc ist selbst eine ausgeprägte Persönlichkeit, der in seiner Zeit als Abwehrchef nicht umsonst le Président genannt wurde. Zudem soll der Goalgetter derzeit für seinen Trainer auch telefonisch unerreichbar sein.

Anti-Abwerbeabkommen

Ibrahimovic war vor ziemlich genau vor einem Jahr vom AC Milan nach Paris gekommen. Sein Jahresgehalt von angeblich 15 Millionen Euro sorgte unmittelbar für Aufregung. Frankreichs Budget-Staatssekretär bezeichnete das Salär vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise als "unanständig". Um seinen Wunsch nach Luftveränderung zu realisieren, soll der 85-fache schwedische Internationale nun jedoch bereit sein, es billiger zu geben (insofern man die im Raum stehende Summe von etwa 290.000 Euro pro Woche so bezeichnen kann).

Doch es gibt ein Problem. Ancelotti soll sich laut "Mirror" verpflichtet zu haben, keine PSG-Spieler nach Madrid abzuwerben. Daher kommen nun auch andere Klubs ins Spiel, Chelsea und Manchester City könnten es werden. Beim englischen Vize-Meister ist Manuel Pellegrini auf der Suche nach Offensivkräften. Der Chilene, der bei den Blauen ebenfalls vor seiner ersten Saison als Trainer steht, braucht Ersatz für Mario Balotelli und Carlos Tevez. 

Bemerkenswerte Erfolgsbilanz

City könnte Ibrahimovic jedenfalls auch eine große Bühne bieten, schließlich will der Verein sein Etihad-Stadion von derzeit 47.500 Plätzen auf ein Fassungsvermögen von 60.000 ausbauen. Eine Verpflichtung des Exzentrikers mit den schlechten Manieren scheint allerdings auch für dessen jeweiligen Arbeitgeber eine Art Erfolgsgarantie zu sein: In vier verschiedenen Ländern (Niederlande, Spanien, Italien, Frankreich) hat Ibrahimovic in den letzten zwölf Saisonen nicht weniger als zehn Meisterschaften gewonnen. (Michael Robausch, derStandard.at - 13.7. 2013)

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    Wäre gerne wieder mit Carlo Ancelotti vereint: Zlatan Ibrahimovic.

  • Das merkt sich der Engländer: Ibrahimovic 2012 mit vier Goals gegen den Ex-Weltmeister, darunter der mittlerweile weltberühmte Scherenschlag-Rückzieher.

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