Auf dem Rotsee schaukelt sich die Hoffnung von Österreichs Ruderern auf

12. Juli 2013, 18:16
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Österreichs Ruderer sind auf einem guten Weg. Das zeigt sich auch beim Weltcup in Luzern, wo Finalplätze in Reichweite sind. Nicht einmal der erste heimische Rotsee-Sieg seit 1999 scheint ausgeschlossen

Luzern/Wien - Ein erster Platz, zwei zweite Plätze - nach den Vorläufen der traditionellen Rotsee-Regatta konnten Österreichs Ruderer durchaus positiv bilanzieren. Wie erhofft, stiegen Michaela Taupe-Traer im leichten Einer, Magdalena Lobnig im schweren Einer sowie die Sieber-Brüder, die sich selbst allerdings "Sieberbros" nennen, im leichten Doppelzweier direkt ins Semifinale auf. Wobei die Siebers in ihrem Heat, den die Norweger gewannen, die hoch eingeschätzten Dänen als Zweite klar auf Distanz halten konnten. Bernhard und Paul, zuletzt Sieger bei der Universiade in Kazan, dürften die zwölf Stunden lange Anreise nach Luzern jedenfalls gut verkraftet haben.

Österreich ist, zumindest im Rudern, derzeit ein Land der Leichtgewichte. Von den fünf Booten, die der Verband (ÖRV) nach Luzern geschickt hat, sind mit einer Ausnahme - Lobnig im Einer - alle in Leichtgewichtsklassen am Start. Das mag, olympisch gesehen, leicht bedenklich erscheinen, da bei den Spielen bloß drei Leichtgewichtsklassen auf dem Programm stehen.

Blickpunkt Rio

Anders als der Sieber'sche Doppelzweier ist der leichte Frauen-Einer keine olympische Klasse. Dass die 38-jährige Kärntnerin Taupe-Traer dennoch als Solistin unterwegs ist, hat mehrere Gründe. Einerseits geht ihr eine starke, aber leichtgewichtige Partnerin ab, andererseits kann sie in Luzern vielleicht sogar den ersten österreichischen Rotsee-Regattasieg seit 1999 schaffen - und bei der WM im August in Südkorea auf eine Medaille hoffen.

Selbst der Titel scheint möglich, 2012 war Taupe-Traer bereits WM-Zweite. Sportkoordinator Norbert Lambing und der dänische ÖRV-Trainer Carsten Hassing wollen freilich eher rasch einen olympischen Frauen-Doppelzweier formen. Lambing sagt, dass der Wechsel an der Verbandsspitze - von Helmar Hasenöhrl zu Horst Nussbaumer - für viele junge Ruderer und Ruderinnen einen Motivationsschub bedeutet habe.

Apropos jung. Auf dem Rotsee wird am Sonntag quasi nebenbei der sogenannte Städteachter gerudert. Und wie im Vorjahr ist auch Wien vertreten. Damals kam das heimische Großboot mit einer äußerst jungen Mannschaft immerhin auf den vierten Platz, diesmal ist eine Medaille das Ziel. In diesem Boot sitzen einige kräftige, schwere Burschen, für die vielleicht auch die Olympischen Spiele in Rio 2016 schon das Ziel sein könnten. Aktuell stehen sie in der Vorbereitung auf die U23-WM in Linz-Ottensheim, die in zwei Wochen beginnt.

Der aufsteigende Ast

Die Sieber-Brüder oder auch Bros waren bereits U23-Weltmeister, ihr großes Ziel ist Rio. In Luzern könnten sie am Samstag im Semifinale einen weiteren Schritt tun. Die Leistung im Vorlauf war jedenfalls vielversprechend, sie lagen nach einem starken Start sogar in Führung, ließen allein die Norweger vorbei, hielten den Rückstand aber mit 1,72 Sekunden in Grenzen.Bei der EM vor sechs Wochen waren die Siebers als Fünfte noch vier Sekunden hinter den Norwegern (2.) gelegen. "Im Semifinale wird's hart hergehen, da kommen neun oder zehn Boote für die sechs Finalplätze infrage", sagt Bernhard. "Aber wir sind sehr gut drauf." (Fritz Neumann, DER STANDARD, 13./14.07.2013)

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    Ruder-Tradition auf dem Rotsee.

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