Juncker einstimmig nominiert, Asselborn Opfer der Krise

12. Juli 2013, 18:15
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Die Regierungskrise in Luxemburg hat am Freitag ihr erstes Opfer gefordert, allerdings nicht im Lager des christlich-sozialen Premierministers Jean-Claude Juncker, den der sozialistische Koalitionspartner mithilfe der Opposition am Mittwoch wegen der Geheimdienstaffäre zu stürzen versucht hatte. Stattdessen gab Vizepremier und Außenminister Jean Asselborn am Freitag bekannt, dass er bei den vorgezogenen Wahlen (vermutlich im Oktober) nicht mehr als Spitzenkandidat der LSAP antreten werde.

Nummer eins bei den Sozialisten wird der bisherige Wirtschaftsminister Etienne Schneider (41), der seit Februar 2012 im Amt ist. Er soll für eine Verjüngung der LSAP sorgen. Der 64-jährige Asselborn erklärte, er würde für einen Posten zur Verfügung stehen, sollten die Sozialisten wieder in eine Regierung kommen. Ihn trifft die Krise besonders, weil Luxemburg bis Ende 2014 im UN-Sicherheitsrat vertreten ist.

Juncker und seine Regierung bleiben bis zur Wahl mit allen Vollmachten im Amt. Großherzog Henri will demnächst das weitere Vorgehen und den Wahltermin bekanntgeben. Juncker wird als Spitzenkandidat der CSV antreten. Er wurde Donnerstagabend bei einem Sonderparteitreffen dafür einstimmig gewählt. (Thomas Mayer aus Brüssel, DER STANDARD, 13.7.2013)

 

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