Vatikanbank: Prälaten-Konten eingefroren

12. Juli 2013, 14:47
6 Postings

Laut Vatikan-Sprecher könnten die Ermittlungen auf andere Personen ausgeweitet werden

Vatikanstadt - Der Vatikan hat die Konten des vor zwei Wochen verhafteten Vatikan-Prälaten Nunzio Scarano bei der Vatikanbank IOR eingefroren. Das berichteten italienische Medien am Freitag. Die vatikanische Staatsanwaltschaft habe die Maßnahme im Rahmen der laufenden Untersuchungen nach Berichten der vatikanischen Finanzaufsicht AIF über verdächtige Transaktionen und Kontobewegungen veranlasst, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi am Freitag. Die Ermittlungen gehen weiter und könnten auch auf andere Personen ausgeweitet werden, so Lombardi weiter.

Dem vor zwei Wochen verhafteten Rechnungsprüfer bei der vatikanischen Güterverwaltung APSA wird vorgeworfen, Freunden bei dem Versuch geholfen zu haben, 20 Millionen Euro in bar aus der Schweiz mit einem Privatflugzeug nach Italien zu schmuggeln. Dafür soll Scarano einem ebenfalls verhafteten ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter 400.000 Euro gezahlt haben. Es soll sich um Geld der mit Scarano befreundeten Reederfamilie D'Amico aus der gemeinsamen süditalienischen Heimat Salerno handeln. Diese wollten das Geld angeblich auf ein Bankkonto der Vatikanbank IOR deponieren. Der italienische Geistliche war bereits vor einigen Wochen vom Vatikan beurlaubt worden. Gegen ihn laufen andere Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche im süditalienischen Salerno.

Die Vatikanbank habe die renommierte Beratungsfirma Promontory mit einer unabhängigen Überprüfung der entsprechenden der entsprechenden IOR-Konten beauftragt, hob Lombardi laut Kathpress hervor. Die Firma arbeite mit der AIF und den Justizbehörden zusammen, um Licht in den gesamten Fall zu bringen. Derzeit überprüfe das IOR mit Unterstützung von Promontory alle Beziehungen zu seinen Kunden sowie die Maßnahmen gegen Geldwäsche.

Nach zahlreichen Skandalen hatte Papst Franziskus Ende Juni angekündigt, die Vatikanbank stärker zu kontrollieren. Dazu setzte er eine Sonderkommission ein. (APA, 12.7.2013)

Share if you care.