Schweizer Publigroupe gibt für erstes Halbjahr Gewinnwarnung heraus

12. Juli 2013, 13:12
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Mit Kostensenkungsmaßnahmen und einer stärkeren Konzentration auf den digitalen Bereich versucht der Werbevermarkter im Inserategeschäft wieder die Gewinnschwelle zu erreichen - bisher erfolglos

Lausanne - Der anhaltende Umsatzrückgang im Pressewerbegeschäft drückt den Schweizer Werbevermarkter Publigroupe in die roten Zahlen. Das Unternehmen gab für das erste Halbjahr eine Gewinnwarnung heraus.

In den ersten sechs Monaten des Jahres werde Publigroupe voraussichtlich "einen operativen Verlust und ein negatives Nettoergebnis im einstelligen Millionenbereich" verzeichnen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Das operative Ergebnis werde 7 bis 8 Mio. Franken (5,6 bis 6,4 Mio. Euro) im Minus liegen.

Die Kostensenkungs- und Restrukturierungsmaßnahmen sowie das Wachstum im digitalen Geschäft hätten den weiteren Rückgang im Printgeschäft nicht kompensieren können. Auch die Investitionen in neue Wachstumsmärkte hätten noch nicht die gewünschte Wirkung gezeigt.

Für das Gesamtjahr 2013 geht Publigroupe weiterhin von einem positiven operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau, das heißt einem niedrigen einstelligen Wachstum, aus. Das Inserategeschäft der Tochterfirma Publicitas werde dagegen voraussichtlich auch im Gesamtjahr 2013 einen Verlust einfahren.

Die Halbjahresergebnisse von Publigroupe werden am 26. August bekannt gegeben. Bei dieser Gelegenheit wird das Unternehmen über weitere Maßnahmen informieren, mit denen auf das gegenwärtige Marktumfeld reagiert werden soll.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Publigroupe nur knapp in der Gewinnzone halten können. Der operative Gewinn des Konzerns betrug 1,6 Mio. Franken. Im Inserategeschäft entstand dagegen ein operativer Verlust von 16,1 Mio. Franken.

Kostensenkungsmaßnahmen

Die Publigroupe kämpft schon seit geraumer Zeit mit schwindenden Umsätzen. Im Dezember 2011 hatte der Werbevermarkter den Abbau von 200 Stellen in den folgenden drei Jahren bekannt gegeben. Mit den Kostensenkungsmaßnahmen sowie einer stärkeren Konzentration auf den digitalen Bereich versuchte er im Inserategeschäft wieder die Gewinnschwelle zu erreichen - bisher erfolglos.

Um die IT-Kosten weiter zu senken, verkauft die Werbevermarkterin einen Anteil von 51 Prozent an Xentive an das US-amerikanische Unternehmen Mediaspectrum. Der größte Kunde der von Xentive ist Publicitas, eine 100-Prozent-Tochter der Publigroupe.

Angaben zu den finanziellen Aspekten der Transaktion wurden nicht gemacht. Der Verkauf des Mehrheitsanteils unterliegt der Genehmigung der Wettbewerbskommission (Weko), der Abschluss der Transaktion wird für den Herbst 2013 erwartet.

Mediaspectrum bietet Softwarelösungen für die Abwicklung des Verkaufs von Cross-Channel-Werbung sowie Produktions- und Content-Management an.

Xentive soll mit seinen 130 Mitarbeitern als unabhängige Tochtergesellschaft von Mediaspectrum operieren. Der gegenwärtige Chef Christian Rohrbach werde das Unternehmen weiterhin leiten.

An der Schweizer Börse setzte die Gewinnwarnung die Publigroupe-Aktie unter Verkaufsdruck. Bis um 10.15 Uhr sank der Kurs um 6,5 Prozent. Der breite Gesamtmarkt (SPI) legte unterdessen um knapp 0,4 Prozent zu. (APA, 12.7.2013)

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