Sturm will die Topteams ärgern

12. Juli 2013, 12:48
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Milanic der "richtigste Mann" - Generalmanager Goldbrich trotz namhafter Verstärkungen: "Bäume wachsen nicht gleich in den Himmel"

Graz - Sturm Graz hat im Transfersommer die meisten Akzente gesetzt. Für viele Beobachter haben sich die Grazer sogar am besten verstärkt. Mittelfristig will man Meister Austria und Titelfavorit Salzburg ärgern. Druck will Generalmanager Gerhard Goldbrich seiner Mannschaft und dem neuen Cheftrainer Darko Milanic diesbezüglich in dieser Saison aber noch keinen auferlegen.

"Es ist kein Lichtschalter, den man einfach umlegen kann. Die Bäume wachsen nicht gleich in den Himmel", erklärte Goldbrich. "Wir werden ein bisschen brauchen, bis wir wieder dort sind, wo unser Anspruch ist." Mit 13 Punkten in 16 Spielen waren die Grazer zuletzt die schwächste Frühjahrsmannschaft. "Wir haben gesehen, dass wir etwas tun müssen. Und das haben wir getan. Wir haben uns punktuell und qualitativ verstärkt, das beginnt beim Trainer."

Ode an Milanic

Milanic hat vier slowenische Meistertitel mit dem NK Maribor vorzuweisen, zuletzt drei in Serie. "Von der Persönlichkeit her ist er der richtigste Mann, den man im Moment haben kann", sagte Goldbrich über den 45-jährigen Ex-Verteidiger. "Er strahlt eine natürliche Autorität aus, die Spieler hängen an seinen Lippen. Vielleicht geht es mit ihm etwas schneller, dass die Mannschaft zusammenfindet."

Die individuelle Qualität der Neuen ist unbestritten. Mit Robert Beric kam ein slowenischer Teamstürmer, mit dem Mazedonier Aleksandar Todorovski ein Topverteidiger. Dazu wurde mit Anel Hadzic, Marco Djuricin, Daniel Offenbacher und Rückkehrer Daniel Beichler auf junge Österreicher gesetzt. Die meisten Spieler seien zumindest ein halbes Jahr lang beobachtet worden, betonte Goldbrich.

Brüder im Geiste

"Sturm ist kein Verein, bei dem man reich werden kann, aber einer, bei dem man weiterkommt", erklärte der Goldbrich, der den Kader in enger Abstimmung mit Milanic zusammengestellt hat. "Unser Grundverständnis von Fußball ist ähnlich", meinte er. Beric etwa sei ihm schon aufgefallen, als er zu ersten Gesprächen mit seinem neuen Trainer in Slowenien war. Möglich gemacht hat den Eine-Million-Euro-Transfer ein Beitrag von Frank Stronach.

"Es ist eine großartige Sache, aber es ist kein reines Geschenk", verriet Goldbrich. Im Falle eines Weiterverkaufes des 22-Jährigen würde der Milliardär und Parteigründer partizipieren. Goldbrich: "Für ihn ist es ein Investment. Das heißt aber nicht, dass wir davon jetzt nicht mega profitiert haben." Den Beric-Deal mit Stronach hat Sturm-Präsident Christian Jauk eingefädelt. Es könnte laut Goldbrich aber vorerst ein einmalige Sache bleiben.

Platz drei soll es werden

Die Zeiten des Löcherstopfens sind bei Sturm ohnehin vorbei. "Wir sind in einem Umstrukturierungsprozess, aber bereits relativ weit fortgeschritten", sagte Goldbrich. Basisziel für die kommende Saison sei ein Europacupplatz. Dafür ist in der Liga Rang drei notwendig. "Den trauen wir uns zu. Salzburg und die Austria werden am Anfang vielleicht in einer eigenen Liga sein, aber dann wollen wir sie schon auch ärgern", versicherte der frühere Sturm-Spieler.

Langfristig will der Meister von 2011 wieder ganz nach oben. "Es muss aber nicht in dieser Saison sein. Die Mannschaft braucht ein bisschen Zeit, der eine oder andere Spieler wird auch nächstes Jahr dazukommen", meinte Goldbrich, seit September 2012 im Amt. In puncto Aufbauarbeit sei die Austria ein Vorbild. "Sie ist aber schon einen Schritt weiter als wir."

Nach dem Cup-Auftakt am Samstag beim Team Wiener Linien starten die Grazer am Donnerstag auch in die Europa-League-Qualifikation - bei Breidablik Kopavogur auf Island. Budgetiert wurde nicht mit Europacup-Einnahmen. "Die erste Runde ist ein Minus, danach kommt es auf den Gegner an", erklärte Goldbrich. "Wirtschaftlich ist der Europacup-Sommer kein großer Gewinn." Sportlich könnte er für die neu formierte Mannschaft einer werden. (APA, 12.7.2013)

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    Ist wieder zu Hause: Darko Milanic.

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