Wer unabänderliche Situationen akzeptiert, ist zufriedener

12. Juli 2013, 12:30
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Um im Alter zufrieden zu sein, ist sowohl das Gefühl der Kontrolle als auch die aktive Akzeptanz gegenüber unabänderlichen Dingen notwendig

Eine Studie der Deakin University in Australien zeigte, dass es für die Zufriedenheit im späteren Leben mitunter ausschlaggebend ist, Unabänderliches zu akzeptieren. Genauso wichtig ist es aber auch, das Gefühl zu haben, Situationen kontrollieren zu können.

Grundsätzlich basiert das Gefühl von Kontrolle auf zwei Komponenten: Die primäre Kontrolle besteht darin, Änderungen in der Umgebung herbeiführen zu können, um die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen. Das trifft etwa auf ältere Menschen zu, die noch eigenständig und selbstbestimmt in ihrem sozialen Umfeld leben.

Die sekundäre Kontrolle beschreibt die Fähigkeit, sich selbst kognitiv zu beeinflussen, um sich an die Umgebung anpassen zu können. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ältere Menschen ihre gewohnte Umgebung verlassen und sich in Pflege oder Betreuung begeben müssen. "Tatsächlich kann die sekundäre Kontrolle einen primären Kontrollverlust abfedern, wenn wir gelernt haben, Dinge zu akzeptieren, die sich nicht mehr ändern lassen", schreiben die Autoren der Studie.

Primäre Kontrolle oder Akzeptanz

Die Forscher untersuchten die graduellen Unterschiede im Hinblick auf Zufriedenheit und das Empfinden von Kontrolle. Dazu werteten sie die Angaben von 101 älteren Menschen aus, die außerhalb ihres häuslichen Umfelds betreut und gepflegt werden. Außerdem befragten sie weitere 101 Personen, die noch  in ihrem angestammten sozialen Umfeld leben. Die Wissenschaftler verglichen auch, ob die beiden "Kontrollmechanismen" eine Aussage über den Grad der Zufriedenheit im späteren Leben ermöglichen.

Die Analyse zeigte, dass bei älteren Menschen, die in ihrem sozialen Umfeld leben, der Zusammenhang zwischen primärer Kontrolle und Zufriedenheit deutlich stärker ausgeprägt war als bei denjenigen, die in Einrichtungen betreut wurden. Dementsprechend spielte die sekundäre Kontrolle für die Zufriedenheit von betreuten Personen eine größere Rolle.

"Für das Wohlbefinden älterer Menschen ist sowohl ein Gefühl der Kontrolle als auch der aktiven Akzeptanz gegenüber unabänderlichen Dingen notwendig. In Situationen mit Kontrollverlust steht allerdings die Akzeptanz im Vordergrund", lautet das Resümee der Wissenschaftler. (red, derStandard.at, 12.7.2013)

  • In Situationen, die sich der Kontrolle entziehen, ist die Akzeptanz ein wichtiger Faktor, um das Gefühl der Zufriedenheit verspüren zu können.
    foto: eva maria griese

    In Situationen, die sich der Kontrolle entziehen, ist die Akzeptanz ein wichtiger Faktor, um das Gefühl der Zufriedenheit verspüren zu können.

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