Rax: Auf Eisernen Wegen durch die Hausberge

12. Juli 2013, 16:59
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Schon früh entstanden in den Bergen um Wien versicherte Steige. Einer dieser reizvollen Klassiker führt über die Rax

Der im Jahr 1910 von dem Wiener Kunstschlosser August Cepl errichtete Alpenvereinssteig auf der Rax, der aus dem Großen Höllental zur Hochfläche führt, gehört wohl zu den klassischen "Eisernen Wegen". Er hat bis heute nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt, obgleich er nur den Schwierigkeitsgrad B aufweist. Für seine Begehung ist trotzdem Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig und ein Steinschlaghelm empfehlenswert.

Die Schlüsselstelle des Alpenvereinssteiges befindet sich gleich am Anfang, da muss man auf einer 60 Meter hohen Eisenleiter die sogenannte Ceplwand überwinden. In einem alten Rax-Führer heißt es: "Sie ist der Prüfstein für die erforderliche Schwindelfreiheit des Touristen." Alles, was nachher kommt, ist leichter.

Himmlisches Höllental

Der Steig besticht durch eine grandiose alpine Umgebung, denn die hintere, rund 600 Meter hohe Loswand bildet die Kulisse. Obendrein genießt man von fast allen Stellen den überwältigenden Ausblick in das Große Höllental, die wohl romantischste Region im Schneeberg-Rax-Gebiet.

Nur wenige wissen, dass viele der frühen "Eisernen Wege" nicht in den Dolomiten oder in den Zentralalpen entstanden, sondern auf den Wiener Hausbergen und da besonders auf der Rax. 1875 wurde hier mit dem Gamseck-Steig "die erste gesicherte Route für Touristen" eröffnet. Doch mit Seilen und Trittklammern versehene Anstiege gab es schon früher, sie stammten von Jägern und Holzknechten. Der legendäre Erzherzog Johann soll einige dieser Steige in Auftrag gegeben haben.

Der Alpenvereinssteig liegt in einer Nordwand, was im Sommer den Vorteil hat, dass man sich lange im Schatten bewegt. Bei Nässe kann es allerdings schon Probleme geben, bei Schnee stellt die Route auch an erstklassige und erfahrene Bergsteiger hohe Anforderungen. Wer den Alpenvereinssteig hinter sich gebracht hat, dem wird auch der Wachthüttelkamm keine Probleme bereiten.

Die Wanderroute: Vom Weichtalhaus im Höllental geht es ein Stück flussaufwärts, dann zweigt man nach links auf den Schönbrunner Steig - gelb markiert - ab, um gemütlich in das hintere Große Höllental anzusteigen, wo der blau markierte Alpenvereinssteig abzweigt. Gehzeit eine Stunde.

Auf einer 60 Meter hohen Leiter überwindet man die Ceplwand und gelangt dann über einige gesicherte Felsstufen - mit dazwischenliegendem Gehgelände - zur Höllentalaussicht. Gehzeit ab Beginn des Alpenvereinssteiges 1½ Stunden. In einer weiteren halben Stunde erreicht man auf der blauen Markierung das Ottohaus.

Zurück zum sogenannten "Praterstern", einer markanten Weggabel; dort wählt man die rote Markierung des Wachthüttelkammsteiges, der im letzten Drittel steil über mehrere Leitern in das Tal der Schwarza und zum Ausgangspunkt hinabführt. Gehzeit ab Ottohaus 2½ Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 13.7.2013)

  • Ausblick ins Höllental.

    Ausblick ins Höllental.

  • Gesamtgehzeit 5½ Stunden, Höhendifferenz 1100 m. Ottohaus bis Anfang November durchgehend geöffnet. ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 5½ Stunden, Höhendifferenz 1100 m. Ottohaus bis Anfang November durchgehend geöffnet. ÖK25V Blatt 4212-West (Schneeberg und Rax), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000

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