Fehlstart für deutsche Damen gegen Oranje

11. Juli 2013, 22:38
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Nullnummer für stark verjüngtes DFB-Team zum Auftakt gegen Niederlande - Ungeschlagene Serie hält aber an

Växjö (Schweden) - So spielt kein Europameister: Die völlig verkrampft agierenden deutschen Fußballerinnen haben einen Fehlstart in die EM hingelegt und können in dieser Form keine Ansprüche auf den achten Triumph anmelden. Die runderneuerte Mannschaft, die bei der Endrunde ohne sechs Stammkräfte auskommen muss, kam in ihrem Auftaktspiel nicht über ein schmeichelhaftes 0:0 gegen die Niederlande hinaus. Damit ging die deutsche Auswahl, die zuletzt fünfmal in Folge den EM-Titel geholt hat, zum ersten Mal nach 16 Jahren und 19 EM-Siegen in Folge nicht als Gewinner vom Platz.

Das deutsche Team, das im schwedischen Växjö seine erste Endrundenpartie seit dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM vor zwei Jahren absolvierte, zeigte eine ganz schwache Vorstellung. Durch das Remis hielt aber immerhin eine andere Serie: Die Deutschen, die noch nie ihr erstes EM-Spiel verloren haben, sind seit über 20 Jahren und nunmehr 27 Partien bei einer EM ungeschlagen. Im anderen Spiel der deutschen Gruppe trennten sich Norwegen und Island 1:1 (1:0).

Der stark verjüngten deutschen Auswahl (23,5 Jahre im Durchschnitt), die ohne die verletzten oder kranken Kim Kulig, Viola Odebrecht, Verena Faißt, Babett Peter, Linda Bresonik und Alexandra Popp zur Endrunde reisen musste, war die Nervosität anzumerken. Im Spielaufbau lief nicht allzu viel zusammen, lediglich Okoyino da Mbabi hatte eine Chance auf dem Fuß (7.).

Die defensiv ausgerichtete Kontertaktik der Niederländerinnen, die es bei der EM vor vier Jahren immerhin ins Halbfinale geschafft hatten, ging voll auf. In der 17. Minute wäre Oranje durch einen Distanzschuss von Lieke Martens sogar fast in Führung gegangen. Fünf Minuten später musste Torhüterin Nadine Angerer bei einem Kopfball von Kirsten van de Ven erneut parieren.

Auch Mitte der ersten Hälfte löste sich die Verkrampfung im deutschen Spiel nicht, die unzufriedende Neid wurde an der Seitenlinie immer lauter. Erst in der 29. Minute sorgte Nadine Keßler wieder für einen Hauch von Gefahr vor dem holländischen Tor. Danach agierten die Deutschen wieder unkonzentriert, schläfrig und zweikampfschwach, dennoch vergab Dzsenifer Marozsan wenige Sekunden vor der Pause die Chance zur Führung.

Zu Beginn der zweiten Hälfte kam die lange verletzte Simone Laudehr für die schwache EM-Hoffnungsträgerin Keßler. Innenverteidigerin Annike Krahn biss trotz einer Knieverletzung auf die Zähne und spielte weiter. Am schwachen Auftritt der Deutschen änderte sich allerdings nichts. Es fehlte weiter jede Kreativität im Offensivspiel, Manon Melis vergab sogar die Großchance zur Führung für die Niederländerinnen (62.). Auch im Anschluss konnte sich die die DFB-Elf nicht steigern.

In den weiteren Partien der Gruppe B treffen die Deutschen, die im Fall des Titelgewinns die EM-Rekordprämie in Höhe von 22.500 Euro pro Spielerin kassieren, am Sonntag in Växjö auf Island (20.30 Uhr/ZDF) und am 17. Juli in Kalmar auf Norwegen (18.00 Uhr/ARD/beide Eurosport). (sid/red, 11.7.2013)

Gruppe B:

Norwegen - Island 1:1 (1:0)

Deutschland - Niederlande 0:0

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