Heute für morgen von gestern?

11. Juli 2013, 18:06
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Die Erste Liga hofft auf einen Sponsor und auf Spannung - "Sehr konkrete Gespräche" nach drei Jahren ohne Partner

Wien - "Zuerst einmal haben wir keinen Präsidenten, der Steuerhinterzieher ist. Und Pep Guardiola ist zwar ein schillernder Trainer, aber er ist mit kurzen Hosen beim Training. Das ist auch nicht professionell." Die Erste Liga im österreichischen Fußball verspricht lustig zu werden, vor allem in Mattersburg, wo Alfred Tatar den Trainer gibt. Nächste Woche erfolgt, wie auch in der Bundesliga, der Anpfiff, und abgesehen von der Lustigkeit ist auch Spannung zu erwarten. Schließlich wollen die Mattersburger gleich wieder aufsteigen, auch wenn Tatar sagt: "Wir müssen nicht gleich wieder aufsteigen." Die Mannschaft ist jedenfalls eingespielt, und Tatar will "dominanten Fußball" sehen. Zur Not werde er auf seine bewährte Form des "modernen Brechstangenfußballs" zurückgreifen.

Fast 700 Kilometer westlich von Mattersburg, nämlich in Altach, ist der Aufstieg sogar das erklärte Ziel. "Wir wollen in der Liga keinen weißen Bart bekommen", sagt Sportdirektor Georg Zellhofer. "In den letzten vier Jahren sind wir dreimal Zweiter geworden. Das brauchen wir nicht mehr." Im Gegensatz zu Mattersburg gehen die Vorarlberger mit einer stark veränderten Truppe die Mission Aufstieg an.

Mit Austria Lustenau hat Vorarlberg neben Altach einen zweiten Titelanwärter. "Wir feiern 2014 unser 100-Jahre-Jubiläum. Unser Traum wäre, dann in der Bundesliga zu sein", sagt der isländische Trainer der Lustenauer, Helgi Kolviðsson. Dafür müsse man Lehren aus dem Frühjahr ziehen. Zur Erinnerung - Lustenau sah nach dem Herbst mit sechs Punkten Vorsprung bereits wie der sichere Aufsteiger aus. In der Rückrunde folgte der tiefe Fall. Am Ende hatte man 14 Punkte Rückstand auf Grödig.

Apropos Rückstand - die Vienna beginnt wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsbedingungen heuer mit drei Minuspunkten. Für sie, wie für die beiden Liganeulinge Liefering und Parndorf, wird der Klassenerhalt das Ziel sein. Vienna-Trainer Gerhard Fellner gibt sich optimistisch und will in der Tabelle "ins Mittelfeld vorstoßen".

"Heute für Morgen", wie der Vorname der Ersten Liga lautet, könnte übrigens demnächst ausgedient haben. Nach fast drei Jahren sollte die zweithöchste Spielklasse demnächst wieder einen Bewerbssponsor erhalten. Bundesliga-Vorstand Georg Pangl bestätigte am Donnerstag "sehr konkrete Gespräche" mit einem möglichen zukünftigen Partner. Seit drei Jahren bereits sucht die Liga nach einem Sponsor. "Einige Details sind noch zu klären. Aber der Tag wird kommen, vielleicht schon sehr bald", erklärte Pangl. Die Vereine würden unmittelbar davon profitieren. Schirmherr Herbert Prohaska sagt: "Für viele Vereine ist es finanziell eng. Jede Hilfe ist wichtig."

Derzeit fördert die Bundesliga die zehn Zweitligavereine mit fünfzig Prozent der vorgesehenen Summe von einem Ligasponsor. "Wir haben Spareinlagen, auf die wir zurückgreifen können. Und wenn dann ein Sponsor da ist, bekommen sie sofort wieder hundert Prozent der vorgesehenen Summe", versichert Pangl. (pfa, APA, DER STANDARD, 12.7.2013)

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    Sportdirektor Zellhofer will mit Altach in der Ersten Liga "keinen weißen Bart bekommen".

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