EU und USA einigen sich auf Swap-Regeln

11. Juli 2013, 17:36
posten

Brüssel - EU-Kommission und US-Aufseher haben sich im Streit über die Regulierung des transatlantischen Derivatehandels auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach unterliegen ausländische Banken künftig nicht ganz so strengen Regeln wie geplant. So könne etwa eine US-Bank eine europäische Börse nutzen, um Derivate zu kaufen und verkaufen. Ähnlich großen Spielraum sollen auch nichtamerikanische Banken bei ihren Geschäften in den USA bekommen. Gary Gensler, Chef des US-Derivateregulierers CFTC, sprach von einem großen Schritt. Die Transparenz am globalen Swap-Markt werde erhöht.

Furcht der Banken

Gensler hatte den Konflikt mit der EU im Vorjahr ausgelöst: Er bestand darauf, dass ausländische Banken beim Derivatehandel mit US-Firmen den strengen US-Vorschriften genügen müssen. Daraufhin haben sich europäische Banken beschwert. Sie befürchteten, in dem 630 Billionen Dollar schweren Markt ins Hintertreffen zu geraten. Dominiert wird der Markt von US-Instituten wie Bank of America, Citigroup oder JPMorgan. Die Zeit für eine Einigung drängte: Heute, Freitag, läuft die Ausnahmeregelung für den Derivatehandel ausländischer Banken aus.

In der EU haben sich die Finanzminister gerade erst auf gemeinsame Regeln für Derivategeschäfte geeinigt, das EU-Parlament muss die Finanzmarktrichtlinie Mifid aber noch in Kraft setzen. (Reuters, DER STANDARD, 12.7.2013)

Share if you care.