"Ich deponiere grundsätzlich nichts"

11. Juli 2013, 21:21
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Oberösterreichs SPÖ-Landeschef Josef Ackerl will erst nach der Wahl über Sonja Ablinger reden

Linz - Eigentlich ist auch Oberösterreichs SPÖ-Chef Josef Ackerl ein Querdenker. Genauso wie Parteifreundin Sonja Ablinger lehnte er den Fiskalpakt ab, genauso wie sie stimmte er deshalb dagegen, im Parteipräsidium. Weil Ablinger als Einzige im Nationalrat gegen die Sparverpflichtung in der Eurozone votierte, könnte sie nun ihren Sitz im Parlament verlieren. Die Bundespartei versucht, wie DER STANDARD berichtete, die unbequeme Oberösterreicherin nach der Wahl loszuwerden.

Ackerl schweigt seit Bekanntwerden dieser Absicht. Sein Büroleiter ließ ausrichten, in Wien sei der Wunsch deponiert, dass die Erste auf der Landesliste, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, über die Bundesliste in den Nationalrat kommt und so Ablinger nachrücken könne. Eine Zusage, die auf Druck der Oberösterreich-Basis gegeben wurde. Ackerls Kommentar dazu: "Ich deponiere grundsätzlich nichts, denn auf Deponien liegen Altlasten. Und Frau Ablinger ist wohl keine Altlast."

Gespräche gebe es erst nach der Wahl, wenn ein Ergebnis vorliege. "Ich persönlich unterstütze Sonja Ablinger", mehr sei aus seiner Sicht derzeit nicht zu sagen. Auch Fiona Kaiser, Landesvorsitzende der Sozialistischen Jugend Oberösterreich, findet im Gegensatz zum Bundesvorsitzenden Wolfgang Moitzi keine Worte des Bedauerns, wenn Ablinger aus dem Nationalrat fliegen sollte. Grundsätzlich könne sich zwar die 23-Jährige, die erstmals für den Nationalrat kandidiert, vorstellen, "in Sachthemen durchaus auch einmal gegen die Parteilinie zu stimmen". Aber die Jungkandidatin hält den Klubzwang sehr wohl "für sinnvoll". (ker, DER STANDARD, 12.7.2013)

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    OÖ-Landeschef Ackerl ist nicht immer auf SP-Parteilinie. Er stimmte zum Unmut von Werner Faymann gegen den Fiskalpakt.

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