Im Trend: Die kleinen Lifestyle-Kombis kommen

Kolumne14. Juli 2013, 16:27
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Die relativ günstigen Allrounder sind nicht ohne Grund beliebt

Im Sprichwort heißt es zwar "die Rechnung ohne den Wirt machen", in Wirklichkeit ist es aber umgekehrt: Der Wirt darf die Rechnung niemals ohne den Gast machen. Das heißt, was immer sich die Strategen in den maßgeblichen Etagen der Autohersteller einfallen lassen, letztendlich zählt ausschließlich, wo der Kunde im Verkaufslokal seine Kreuzeln macht. Und er macht sie gerne dort, wo er fürs gleiche Geld "mehr" bekommt.

Aber was ist mehr? Der Geländewagen-Boom hat es ganz klar zutage gebracht: Mehr heißt höher sitzen, einen besseren Überblick im Verkehr haben, vielleicht auch mehr Macht ausstrahlen, sich beim Einsteigen nicht bücken müssen, allerlei zusätzliche Sicherheiten mitführen, also Fähigkeiten, die man eigentlich eh nie braucht, wie Allradantrieb. 

Ein bisschen aufgeblasen

Auch die Vans wurden gerne für eine Eigenschaft gekauft, die man ebenfalls höchstens sporadisch nutzt, nämlich mehr Platz. Die Kritik am etwas höheren Verbrauch war den Käufern schnurzegal, nicht aber den Autoherstellern.

Mittlerweile hat sich aus dem SUV-Boom eine neue Fahrzeugklasse entwickelt, die ähnliche Vorteile bietet wie Vans und SUVs, aber weniger Angriffsfläche in Sachen Umwelt: Kleinwagen, ein bisschen aufgeblasen und höher gestellt, wie etwa Renault Captur, Peugeot 2008, Mini Countryman oder Fiat 500L. Sie beginnen preislich unter der Kompaktklasse, liegen in ihren Umweltdaten in etwa auf VW-Golf-Niveau und sind die große Hoffnung der Hersteller auf dem von Verkaufsrückgängen gezeichneten europäischen Automarkt. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 12.7.2013)

  • Wie sich die Zeiten ändern: Der Fiat 500 Giardiniera musste nicht mit Lifestyle aufgeladen werden. Er verkörperte ihn einfach.
    foto: fiat

    Wie sich die Zeiten ändern: Der Fiat 500 Giardiniera musste nicht mit Lifestyle aufgeladen werden. Er verkörperte ihn einfach.

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