"Zeit"-Manager: "Es läuft gut, weil wir ständig in Bewegung sind"

Interview mit Video11. Juli 2013, 16:46
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Rainer Esser über flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten und warum "Die Zeit" beständig Auflage gewinnt

STANDARD: Wie stehen Sie zu Werbeauktionen im Web (siehe auch: Real Time Bidding: Schwarze Schafe gehören zum Spiel)?

Esser: Ich würde sagen, wir sollten uns nicht an die Speerspitze des Realtime-Bidding begeben, aber wenn es ein geeignetes Inventar gibt, dann machen wir auch mit.

STANDARD: Eine Überlegung für die Zukunft, weil Sie es derzeit nicht nötig haben?

Esser: Im Augenblick haben wir es nicht nötig. Bei Handelsblatt, Vivo und Zeit Online haben wir eine Steigerung von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wir sind ausgebucht auf der Homepage.

Teil 1: Real Time Bidding, die Ausweitung der Redaktionszeiten und Erfolgsrezepte des Zeitverlags

Teil 2: Flache Hierarchien, die Arbeitsverhältnisse in der Redaktion und warum Österreicher keine Tipps für Medienbusiness brauchen

STANDARD: Wo möchten Sie weiter ausbauen?

Esser: Wir schauen, dass wir unsere Smartphone-Applikationen ausbauen, damit wir auch in den Randzeiten zwischen 18 und 24 Uhr und am Morgen nach fünf Uhr stärker genutzt werden. Wir haben auf dem Tablet fast 30.000 Nutzer, die einmal in der Woche "Die Zeit" digital kaufen.

STANDARD: Die langen Dienstzeiten sind in Redaktionen oft schwer zu organisieren. Haben Sie je überlegt, so wie es manche Zeitungen machen, im Ausland jemanden zu stationieren und dort zu bezahlen?

Esser: Die Kollegen vom "Handelsblatt" handlen das tatsächlich mit einer Redaktion in New York, die Randzeiten covert – das ist Klasse! Uns ist es gelungen, bei Zeit Online und Zeit Digital die Mitarbeiter für flexible Arbeitszeiten zu gewinnen, damit auch in Randzeiten ordentlich produziert wird.

STANDARD: Viel wird über den Erfolg von Zeit Online gesprochen. Gibt es auch Probleme?

Esser: Es läuft tatsächlich gut, weil wir ständig in Bewegung sind. Wir haben eine kreative Redaktion und flache Hierarchien. Wir haben viel begonnen und kaum etwas wieder abgedreht. (Tatjana Rauth, DER STANDARD, 12.7.2013)

Rainer Esser ist seit 1999 Geschäftsführer des Zeit-Verlags und berät die "Handelsblatt"-Gruppe.

  • "Wir haben viel begonnen und kaum etwas wieder abgedreht": "Zeit"-Manager Rainer Esser.
    foto: bernhard bergmann für werbeplanung.at

    "Wir haben viel begonnen und kaum etwas wieder abgedreht": "Zeit"-Manager Rainer Esser.

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