Gesamtschule: Schmied hofft auf "Westachse" in der ÖVP

11. Juli 2013, 14:56
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Unterrichtsministerium will Salzburg, Tirol und Vorarlberg bei Schulversuchen begleiten

Wien - Im kommenden Schuljahr werden nur elf AHS an der Neuen Mittelschule teilnehmen. Deren Gesamtzahl 2013/14 wird durch die Umstellung weiterer Hauptschulen auf insgesamt 691 Standorte anwachsen. Trotzdem sieht Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) die 2008 geschaffene Schulform "als Zwischenschritt am Weg zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen". Hoffnung setzt sie dabei auf die "Westachse" der ÖVP-geführten Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg, wie sie am Donnerstag bei einer Pressekonferenz sagte.

"Es ist das erste Mal seit Otto Glöckl (SPÖ-Schulreformer, Gesamtschule forderte, Anm.), dass auch ÖVP-Politiker eine gemeinsame Schule fordern", so Schmied. Das Unterrichtsministerium werde die drei Bundesländer jedenfalls bei ihren geplanten Modellregionen intensiv begleiten, kündigte sie an. In Salzburg, Tirol und Vorarlberg sind jeweils Schulversuche zur Gesamtschule geplant. "Ziel ist allerdings, eine Gesamtumstellung zu erreichen", betonte Schmied.

Ob die SPÖ darauf bestehen wird, die Einführung einer Gesamtschule in einem möglichen künftigen Regierungsübereinkommen mit der ÖVP festzuschreiben, wollte die Ministerin auf Nachfrage nicht sagen. "Das muss man sich nach dem 29. September überlegen. Fakt ist, dass die SPÖ bei diesem Thema eine sehr klare Position hat."

Schmied sieht Neue Mittelschule als "Zwischenschritt"

Mit dem "Zwischenschritt" Neue Mittelschule zeigte Schmied sich unterdessen sehr zufrieden. Sie verwies darauf, dass der Anteil von Absolventen der Neuen Mittelschule mit Übertrittsberechtigung für höhere Schulen von 47,8 Prozent im Jahr 2012 auf 59,2 Prozent im Jahr 2013 gestiegen ist. Mit den Bildungsstandards, die Ende des Jahres veröffentlicht werden, soll es auch erstmals aussagekräftige objektive Daten zum Schulerfolg der Schüler an Neuen Mittelschulen geben.

Eltern laut Umfrage des Ministeriums zufrieden

Zufrieden sind laut einer von Schmied präsentierten Umfrage auch die Eltern, deren Kinder eine Neue Mittelschule besuchen. Für die Befragung wurden 500 Telefoninterviews durch das Ifes-Institut geführt. Acht von zehn Befragten haben einen guten oder sehr guten Eindruck von den Lehrern und loben ein respektvolles Klassenklima. Zwei Drittel sehen das an den Neuen Mittelschulen praktizierte Team-Teaching positiv, bei dem in Deutsch, Mathematik und Englisch zwei Lehrer gleichzeitig in der Klasse stehen. Drei Viertel sind mit den Leistungsansprüchen zufrieden. Von der Tagesbetreuung sind indes nur sechs von zehn Eltern überzeugt. Derzeit biete jeder zweite der zuletzt 434 Standorte Tagesbetreuung an, aber nur 20 Schulen sind eine verschränkte Ganztagsschule, in der sich Unterricht, Lern- und Freizeit über den Tag abwechseln. Es sei das große Ziel für die nächsten Jahre, an den Neuen Mittelschule die verschränkte Ganztagsschule zu forcieren, so Schmied.

Ab 2018/19 nur mehr Neue Mittelschul-Klassen

Österreichweit werden bis 2015/16 alle Hauptschulen auf Neue Mittelschulen umgestellt, mit 2018/19 gibt es dann nur noch Neue Mittelschul-Klassen. Dann sollen insgesamt zwei Drittel der Zehn- bis 14-Jährigen eine Neue Mittelschule besuchen, der Rest eine AHS. Allerdings: "Wenn wir bis dahin die gemeinsame Schule haben, sind es hundert Prozent", zeigte sich Schmied optimistisch. Die AHS-Oberstufe solle jedenfalls erhalten bleiben: "Mir geht es darum, die Sekundarstufe I zu harmonisieren. In der Sekundarstufe II brauchen wir klar weiterhin einen allgemeinbildenden Zweig."

In der Neuen Mittelschule gibt es im Gegensatz zu Hauptschulen keine Leistungsgruppen. Außerdem sind in der dritten und vierten Klasse unterschiedliche Beurteilung nach "vertiefter" bzw. "grundlegender" Allgemeinbildung vorgesehen. Diese entscheidet darüber, ob Schüler in eine höhere Schule übertreten können. (APA, 11.7.2013)

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