Lehrer wehren sich gegen mehr Unterricht

11. Juli 2013, 13:28
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Gewerkschafter Kimberger: Schlüsse des Rechnungshofs sind "einfach falsch"

Wien - Bundeslehrer an AHS sowie berufsbildenden mittleren und höheren Schulen sollen nicht wie derzeit 20, sondern 22 Wochenstunden unterrichten, anstatt im großen Stil Dauermehrdienstleistungen zu erbringen, fordert ein Bericht des Rechnungshofs. Der Status quo sei teuer, und offenbar seien die Lehrer bereit, mehr zu unterrichten. Lehrervertreter und der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer (ÖVP) wehren sich indes dagegen, die vielen Überstunden als Argument für eine höhere Unterrichtsverpflichtung herzunehmen.

Laut dem Rechnungshof-Bericht hat die Zahl der Dauermehrdienstleistungen zwischen 2008/09 und 2011/12 um zwölf Prozent zugenommen. Im Schuljahr 2011/2012 entsprachen fix eingeplante Überstunden der Arbeit von 5.200 vollbeschäftigten Lehrern.

Aus Enzenhofers Sicht zieht der Rechnungshof hier allerdings "unzulässige Vergleiche", die Mehrstunden würden nämlich nur bestimmte Unterrichtsfächer wie Chemie und Technische Mathematik betreffen, wie er im Ö1-"Mittagsjournal" am Donnerstag sagte. Auch Gewerkschafter Paul Kimberger (FCG) bestätigte, dass nur in wenigen Bereichen viele Überstunden geleistet würden. Der Schluss des Rechnungshofs, dass Bundeslehrer daher mehr unterrichten sollten, "ist einfach falsch".

Überstunden für Entlohnung notwendig

Enzenhofer verwies außerdem darauf, dass eine entsprechende Entlohnung notwendig sei, um in diesen Fächern ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Wenn etwa ein 50-jähriger Diplomingenieur als Lehrer unterrichte, brauche er die Überstunden, um auf ein Gehalt zu kommen, das ungefähr seinem normalen Verdienst entspreche. "Auf das können die Lehrer nicht verzichten. Oder wir müssten sie besser bezahlen, das wäre natürlich möglich."

Die Unabhängigen GewerkschafterInnen (ÖLI-UG) wehrten sich ebenfalls gegen die Forderung des Rechnungshofs. "Überstunden sind Überbrückungsmaßnahmen, aber kein Argument für Arbeitszeiterhöhung", erklärten sie in einer Aussendung. Immerhin sei die Bildungs- und Budgetpolitik der vergangenen 15 Jahre dafür verantwortlich, dass auch in den kommenden drei bis vier Jahren Junglehrer fehlen würden. Deshalb müssten Überstunden geleistet werden, um trotz Pensionierungen, zunehmender Teilzeitarbeit und immer mehr Burn-out-Krankenständen den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.

Schmied sieht sich vom Rechnungshof bestätigt

Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sieht sich hingegen durch den Rechnungshof in ihrem Bemühen um eine höhere Unterrichtsverpflichtung bestätigt. "Das unterstützt die Regierungslinie, dass eine höhere Unterrichtsverpflichtung bei entsprechender Entlohnung durchaus zumutbar ist." (APA, 11.7.2013)

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    Kimberger: Nur in wenigen Bereichen werden viele Überstunden geleistet.

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