Jordanien bohrt 300.000 Jahre alte Wasservorräte an

11. Juli 2013, 13:07
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US-Forscher halten Wasser aus unterirdischem Reservoir für stark radioaktiv belastet

Amman - Die jordanische Regierung wendet sich neuen Quellen zur Wasserversorgung der rund 6,8 Millionen Einwohner des Landes zu. In der Nacht zum Donnerstag soll im Rahmen eines Großprojektes das Abpumpen eines uralten Wasservorrats unter der jordanischen Wüste bei Disi begonnen werden, teilte Wasser- und Landwirtschaftsminister Hasem Nasser am Mittwochabend mit. Das Projekt wurde in dem an Wasserquellen armen Land seit langem geplant, ruft aber Bedenken wegen der radioaktiven Belastung des Wassers aus dem sogenannten Aquifer hervor.

Der unterirdische Wasservorrat in dem Aquifer von Disi, 325 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman, ist rund 300.000 Jahre alt. Pro Jahr will Jordanien nunmehr 100 Millionen Kubikmeter Wasser abpumpen. Für das Projekt sind rund 990 Millionen Dollar (gut 770 Millionen Euro) veranschlagt.

Wasserbedarf: 1,6 Milliarden Kubikmeter pro Jahr

Jordanien zählt zu den zehn trockensten Ländern der Welt, die Wüste macht 92 Prozent der Landesfläche aus. Der Wasserbedarf wird ab 2015 auf 1,6 Milliarden Kubikmeter pro Jahr berechnet.

Eine Studie, die 2008 an der Duke-Universität in den USA erstellt wurde, ergab, dass die radioaktive Belastung des Wassers aus dem Disi-Aquifer um das 20-Fache über den zulässigen Werten liegt. Dabei geht es vor allem um Radium-Belastungen, die Krebs auslösen können. (APA/red, derStandard.at, 11.07.2013)

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