USA: Chromebooks erobern Billig-Segment

11. Juli 2013, 12:11
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Jeder vierte bis fünfte günstige Laptop läuft mit dem Google-System

Glaubt man den Analysten der NPD Group, so sind Laptops, die mit Googles ChromeOS laufen, in den USA auf dem Vormarsch. Das berichtet Bloomberg.

Im Bereich der billigsten Laptops, also Geräten deren Preispunkt bei 300 Dollar abwärts liegt, stellen die Geräte mit Googles internetzentrierter Linux-Adaption bereits 20 bis 25 Prozent des Marktanteils. Oder anders ausgedrückt: Jedes vierte bis fünfte Gerät.

Google ist Teil des Wandels

Dabei widerstehen die mobilen Rechner auch dem Negativtrend der Branche. Im Gegensatz zu Consumer-Desktops und teureren Laptops sowie einer Voraussage eines Negativwachstums von 7,8 Prozent für den Gesamtmarkt dieses Jahr, bleibt die Nachfrage nach den günstigsten Mobilrechnern ungebrochen. Das Segment soll heuer um zehn Prozent wachsen, auch bei Intel sieht man "massives Wachstum".

"Wir waren zuerst skeptisch", sagt NPD-Analyst Stephen Baker. "Aber ich denke, Chromebooks haben eine Nische gefunden. Das gesamte Ökosystem unterliegt gerade einem radikalen Wandel und Google ist Teil davon."

Große Hersteller an Bord

Auf den Chrome OS-Zug sind bereits mehrere große Hersteller aufgesprungen, darunter Samsung, Lenovo und Acer. Die meisten Geräte kosten zwischen 200 und 300 Dollar. Mittlerweile werden sie auch von großen Handelsketten wie Best Buy oder Walmart vertrieben.

Dabei war die Rezeption von Chrome OS ursprünglich nicht die beste. Das System bringt nur wenige Bordmittel mit, was von einigen Testern stark bemängelt wurde. Viele Funktionalitäten – etwa Office – werden über die Cloud genutzt und setzen eine Internetverbindung voraus. Google verfolgt mit ChromeOS einen ähnlichen Ansatz wie mit Android. Die Software steht den Herstellern kostenlos zur Verfügung, das eigentliche Geld wird über Werbung und Services verdient.

Noch keine große Rolle im Gesamtmarkt

Im Kontext des Gesamtmarktes spielen die Chromebooks noch eine untergeordnete Rolle, hier schätzt NPD den Anteil im ersten Quartal 2013 auf vier bis fünf Prozent. Ob sich die Geräte künftig auch in höherpreisigen Segmenten finden werden, bleibt abzuwarten.

Das von Google im Februar enthüllte "Chromebook Pixel" ist mit seinem ultrahoch auflösenden Display und potenter Hardware sowie einem Preis von 1.500 Dollar bislang ein Ausnahmegerät. (red, derStandard.at, 11.07.2013)

  • Geräte mit ChromeOS haben ihre Nische gefunden.
    foto: derstandard.at/proschofsky

    Geräte mit ChromeOS haben ihre Nische gefunden.

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