Uni Graz baut Lehrerausbildung aus

11. Juli 2013, 11:21
posten

September neue Lehrgänge, Professuren und Fachzentren - Gemeinsame Lehrplanentwicklung mit anderen Hochschulen

Graz/Klagenfurt - Die Universität Graz stellt die Pädagogenausbildung auf neue Beine. Sieben Punkte umfasst das Programm zur neuen Lehrerausbildung an der Universität Graz. Rektorin Christa Neuper und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) stellten das Konzept am Donnerstag in Graz vor und sprachen von Pionierarbeit, die man damit in Österreich leiste.

Mit der neuen Pädagogenausbildung werde ein einheitlicher Rahmen geschaffen, der nun an den Standorten mit Leben gefüllt wird, erklärte der Minister. Ziel der neuen Ausbildung sei ein besseres Ineinandergreifen von Theorie und Praxis, am Beginn des Studiums wird ein Eignungs- und Aufnahmeverfahren zu absolvieren sein.

Doktoratsstudium für Fachdidaktik

Konkret umfasst das Sieben-Punkte-Programm der Uni Graz die Einrichtung eines Doktoratsstudiums für Fachdidaktik für Lehramtsabsolventen, das bereits im kommenden Wintersemester starten soll. Mit Donnerstag wurde zudem das erste Habilitationsforum für Fachdidaktik und Unterrichtsforschung in Österreich eröffnet. Die Uni Graz will sich damit als Zentrum fachdidaktischer Nachwuchsforscher im deutschsprachigen Raum positionieren.

Professur für Deutsch als Zweitsprache

Neue Professuren - eine für Deutsch als Zweitsprache, eine weitere für Fachdidaktik und eine für Begabungsforschung - werden spätestens 2014 besetzt. Um die Zusammenarbeit aller pädagogischen Ausbildungsstätten noch besser zu vereinen, wird ein virtuelles Dach in Form eines Zentrums für Pädagogenbildung an der Uni Graz eingerichtet. Es soll im kommenden Wintersemester eröffnet werden.

Gemeinsamer Masterlehrgang

Schon bisher gab es gemeinsame Projekte der Uni Graz, der Pädagogischen Hochschule Steiermark und der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz. Diese Angebote sollen weiter ausgebaut werden. Daran geknüpft sei auch der neue Masterlehrgang "Didaktik für Lehrende an Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen", der im September 2013 startet. Neben gemeinsamen Studien werden auch Hörsäle und Fachdidaktikzentren für die Fächer Chemie, Biologie, Physik, Deutsch/Geschichte/Latein, Geografie, Mathematik und Religion geteilt.

Bachelorstudium für Elementarpädagogik

Ebenfalls im Sieben-Punkte-Programm ist das gemeinsame Aufnahmeverfahren von insgesamt 15 Bildungsinstitutionen - darunter sechs Universitäten und neun Pädagogische Hochschulen - in ganz Österreich. Es soll ab dem Wintersemester 2014/2015 zum Einsatz kommen und den Bewerbern bundesländerübergreifend ihre Eignung für den Beruf darlegen. Schließlich soll auch noch ein Bachelorstudium für Elementarpädagogik eröffnet werden.

Neue Lehrpläne werden erarbeitet

Der Startschuss für die Erarbeitung der neuen Curricula für die Lehrerausbildung ist bei der gemeinsamen Sitzung des Entwicklungsverbundes Steiermark-Burgenland am Mittwoch gefallen. Dem Verbund gehören die Uni Graz, die Pädagogischen Hochschulen Steiermark und Burgenland und die Katholischen Pädagogischen Hochschule Graz - sowie des Dachverbandes Süd-Ost mit der Pädagogischen Hochschule Kärnten und der Universität Klagenfurt an. Arbeitsgruppen mit Mitgliedern aller Bildungseinrichtungen beginnen im kommenden Wintersemester mit der Erstellung der Lehrpläne. (APA, 11.7.2013)

Share if you care.