Daten zum Weltbevölkerungstag: Jede Sekunde werden wir drei Menschen mehr

Infografik11. Juli 2013, 12:55
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Am heutigen Weltbevölkerungstag leben 7,16 Milliarden Menschen auf der Erde. Wachstum lässt sich vor allem über Aufklärung eindämmen

Die Vereinten Nationen schätzen, dass derzeit 7,16 Milliarden Menschen auf der Erde leben. 44 Prozent davon sind unter 25 Jahre alt - die Gruppe der jungen Menschen ist damit größer als je zuvor. Das gab die UNO anlässlich des Weltbevölkerungstags am Donnerstag bekannt.

Jede Sekunde wächst die Weltbevölkerung zurzeit um rund drei Menschen. Den stärksten Anstieg verzeichnet Afrika südlich der Sahara, die ärmste Region der Welt. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte sich laut der Stiftung Weltbevölkerung die dortige Bevölkerung von momentan 900 Millionen vervierfachen und bis zu 3,8 Milliarden betragen.

6,8 bis 28,6 Milliarden Menschen

Setzt sich die derzeitige Geburtenentwicklung konstant fort, würden am Ende des Jahrhunderts 28,6 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Allerdings nimmt die UNO für das höchste ihrer drei Berechnungsmodelle an, dass die Geburtenrate künftig nur noch bei 2,5 Kindern pro Frau liegt. Weltweit wäre demnach bis zum Jahr 2100 ein Anstieg auf 16,6 Milliarden Menschen zu erwarten.

Für die mittlere Variante geht die UNO von einem Rückgang der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau auf 2 aus. Das würde in 87 Jahren eine Gesamtbevölkerung von 10,9 Milliarden Menschen bedeuten. Bei der niedrigen Variante (1,5 Kinder pro Frau) könnte die Zahl der Menschen sogar auf 6,8 Milliarden sinken.



Eine Frage der Aufklärung

Welche der Varianten tatsächlich eintritt, ist laut Renate Bähr von der Stiftung Weltbevölkerung eine Frage der Aufklärung und des Zugangs zu Verhütungsmitteln. Diese Faktoren würden neben mangelnder Gleichberechtigung dazu beitragen, dass heute 40 Prozent aller Schwangerschaften ungewollt sind.

"Wir müssen gerade junge Frauen dazu in die Lage versetzen, selbst zu bestimmen, wann und wie viele Kinder sie bekommen", sagt die Geschäftsführerin der Stiftung. "In Entwicklungsländern hat nach wie vor jede vierte Frau, die gerne verhüten möchte, keine Möglichkeit dazu - das sind mehr als 220 Millionen Frauen."

Urbanisierung als Folge des Anstiegs

Eine Folge der steigenden Bevölkerungszahl ist laut UNO die Verstädterung. Heute leben rund 52 Prozent aller Menschen im urbanen Raum, bis 2050 könnte sich dieser Wert auf mehr als 67 Prozent erhöhen.

In Europa ist dabei nach derzeitiger Berechnung ein Anstieg von 73,3 Prozent auf 82,2 Prozent zu erwarten, einen noch höheren städtischen Bevölkerungsanteil gibt es nur in Lateinamerika (Anstieg von 79,7 Prozent auf 86,6 Prozent) und Nordamerika (82,7 Prozent auf 88,6 Prozent).



Indien bald auf Platz eins, Nigeria auf drei

Einen Wechsel wird es nach den Prognosen bei den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt geben. Der heutige Spitzenreiter China (1,39 Milliarden Einwohner) wird im Laufe der kommenden Jahre von Indien (1,25 Milliarden Einwohner) abgelöst. Auf dem dritten Platz soll Nigeria (173 Millionen Einwohner) die USA (320 Millionen Einwohner) ablösen.

Deutschland würde laut Stiftung Weltbevölkerung vom bisher 15. Platz mit 82,7 Millionen Einwohner bis 2050 auf den 25. Platz (72,6 Millionen) fallen. Für Österreich sieht die UNO nur nach dem hohen Berechnungsmodell einen spürbaren Bevölkerungsanstieg in den kommenden Jahren voraus. Wahrscheinlicher ist eine Bevölkerungsabnahme.



1,4 Milliarden Menschen hungern

Ein weniger starkes Bevölkerungswachstum beziehungsweise ein -rückgang sind laut UNO für die meisten wohlhabenderen Staaten der Welt typisch. Die Vereinten Nationen verweisen in dieser Sache auch auf die Diskrepanz beim Zugang zu Nahrung: Etwa 1,4 Milliarden Menschen hungern heute - und genauso viele Menschen seien übergewichtig. (red, derStandard.at, 11.7.2013)

  • Wir sind viele und wir werden mehr: Die UNO erwartet einen weiteren Anstieg der menschlichen Population.
    foto: epa/kerim okten

    Wir sind viele und wir werden mehr: Die UNO erwartet einen weiteren Anstieg der menschlichen Population.

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