Alles eine Frage der Zumutbarkeit

3. August 2003, 20:36
150 Postings

Die Regierung will das Arbeitslosengesetz umkrempeln - Arbeit abzulehnen soll in Zukunft schwieriger werden - ÖGB warnt

Wien - Die schwarz-blaue Koalition plant Änderungen bei den Zumutbarkeitsbestimmungen für Arbeitslose. Es soll in Zukunft schwieriger sein, eine Arbeit abzulehnen. Um einen Kompromiss in Sachen Zumutbarkeitsbestimmungen zu erzielen, werden die Sozialpartner in den nächsten Tagen verhandeln. Die Positionen scheinen aber bereits im Vorfeld festgefahren.

"Berufsschutz"

Diskussionen wird es vor allem zum Thema Berufsschutz geben. Hier sieht das Gesetz derzeit vor, dass ein Arbeitsloser gemäß seiner Qualifikation vermittelt wird. Die Arbeitgeberseite wünscht, dass dies künftig nicht mehr so eng gesehen wird. Der Arbeitslose erhalte damit rascher wieder Anschluss an das Wirtschaftsleben und der Betrieb rascher eine Arbeitskraft, meint Maria Kaun von der Wirtschaftskammer.

"Spirale nach unten"

Die Arbeitnehmerseite hält eine solche Änderung für kontraproduktiv. Das würde dazu führen, dass die Menschen ihre Kenntnisse und Qualifikationen verlieren, erklärte man im ÖGB. Wenn gutausgebildete Menschen Hilfsarbeitertätigkeiten annehmen müssten, setze ein Spirale nach unten ein.

"Örtliche Zumutbarkeit"

Auch bei der örtlichen Zumutbarkeit soll es Änderungen geben. Das Gesetz sieht derzeit vor, dass Arbeitslose mit Betreuungspflichten nur innerhalb der eigenen Gemeinde vermittelt werden dürfen. Über den Sommer sollen die Sozialpartner nun über auch eine Neuregelung dieser Zumutbarkeitsbestimmungen verhandeln, bis zum Herbst sollte man zu einer Einigung kommen. (red)

  • Eine Frage der Zumutbarkeit: Die Positionen scheinen bereits im Vorfeld der Verhandlungen festgefahren.
    montage: derstandard.at

    Eine Frage der Zumutbarkeit: Die Positionen scheinen bereits im Vorfeld der Verhandlungen festgefahren.

Share if you care.