Blairs Kommunikationschef Campbell will angeblich gehen

4. August 2003, 13:27
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Abschied, sobald "sein Name im Zuge der richterlichen Untersuchung rein gewaschen sei"

Blairs mächtiger Kommunikationschef Alastair Campbell will nach Informationen der BBC im Zusammenhang mit dem Selbstmord des Waffenexperten Kelly zurücktreten. Campbell habe dem Premierminister gesagt, er wolle gehen, sobald sein Name im Zuge der richterlichen Untersuchung rein gewaschen sei, berichtete BBC- Redakteur Andrew Marr unter Berufung auf Quellen in Downing Street.

Nach Angaben Marrs wird Campbell spätestens im Herbst sein Amt niederlegen. Ein Rücktritt vor Ende der Kelly-Untersuchung komme nicht in Frage, weil dies so interpretiert werden könnte, als habe die Regierung etwa falsch gemacht, hieß es. "Ich zweifele nicht im Geringsten daran, dass Alastair Cambell fest entschlossen ist zu gehen, dass dies der Premierminister weiß und dem zugestimmt hat", sagte Marr.

Campbell - engster Vertrauter von Blair

Ein Reporter der BBC hatte der Regierung und insbesondere Campbell vorgeworfen, Beweismaterial zur Gefahr durch Saddam Hussein aufgebauscht zu haben. Daraufhin begann ein Wortkrieg zwischen Campbell und dem Sender. Der 46 Jahre alte Campbell gilt seit neun Jahren als Blairs engster Vertrauter und wichtigster Berater. Manche sagen sogar, Campbell sei der eigentliche Herr in der Downing Street.

Unterdessen hat die britische Regierung von Tony Blair nach dem Tod Kellys weiter an Vertrauen in der Bevölkerung verloren. Das geht aus einer im "Daily Telegraph" veröffentlichten repräsentativen Umfrage hervor. Danach äußerten 68 Prozent von insgesamt mehr als 2200 Befragten, in der Regierung herrsche "eine Kultur der Täuschung und des Strippenziehens". 61 Prozent sind der Ansicht, dass die Regierung offenbar die Kontrolle verloren hat und 47 Prozent meinen, man könne Tony Blair "nicht ein Wort glauben". (APA/dpa)

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